Archiv für die Kategorie ‘Umweltjournalismus’

Warum Wissenschaft verständlich sein sollte

Freitag, 26. Februar 2010

Kein Philosoph hat wohl die Nötigkeit einer verständlichen Wissenschaftssprache so hervorgehoben wie Karl R. Popper. Er spricht damit Journalisten, die sich viel mit Studien und Forschungsartikeln beschäftigen müssen, doch eigentlich aus der Seele:

“„Aus meiner sozialistischen Jugendzeit habe ich viele Ideen und Ideale ins Alter gerettet. Insbesondere: Jeder Intellektuelle hat eine ganz besondere Verantwortung. Er hatte das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren; dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder „der Gesellschaft“), die Ergebnisse seiner Studien in der einfachsten und klarsten und verständlichsten Form darzustellen. Das Schlimmste – die Sünde gegen den heiligen Geist – ist, wenn die Intellektuellen versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer`s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er`s klar sagen kann. [...] Was ich oben die Sünde gegen den heiligen Geist genannt habe – die Anmaßung des dreiviertel Gebildeten -, das ist das Phrasendreschen, das Vorgeben einer Weisheit, die wir nicht besitzen. Das Kochrezept ist: Tautologien und Trivialitäten gewürzt mit paradoxem Unsinn. Ein anderes Kochrezept ist: Schreibe schwer verständlichen Schwulst und füge von Zeit zu Zeit Trivialitäten hinzu. Das schmeckt dem Leser, der geschmeichelt ist, in einem so ‚tiefen‘ Buch Gedanken zu finden, die er selbst schon mal gedacht hat.“

“Kanadas Wildnis wird geopfert”

Donnerstag, 11. Juni 2009

Das ist der Titel einer sehr zu empfehlenden Reportage in der aktuellen Augabe von National Geographic Deutschland über den Abbau der Ölsande in der kanadischen Provinz Alberta. Er schmerzt, den Text zu lesen. Der Begriff “Raubbau” erhält durch ihn ein neues Gesicht. Der englische Originaltext ist online abrufbar.