Uferzonen – oder warum Südhessen in Wirklichkeit eine Insel ist

Ich begreife die drei Flüsse als Grenzen einer Region, wodurch eine Insel entsteht. Rhein, Main und Neckar müssen über Jahrtausende als natürliche Grenzen gewirkt und dabei tief eingeprägte kulturelle Muster hinterlassen haben. Ich weiß zu wenig über sie, aber die Vorstellung alleine, aus einer Insel heraus zu kommen, die von Flüssen gerahmt ist, treibt mich an: nach Heimat zu suchen und diese möglichen Muster aufzuspüren. In der Sprache, in den Städten, in den Geschichten des Landes.

Was mir nicht passt für meine Theorie ist die flussfreie, gut 30  Kilometer lange Strecke zwischen Miltenberg und Eberbach. Hier müssen umso mehr Nichtschwimmer in brückenfreien Zeiten hindurchgekommen sein, weshalb die Suche vor allem dort Sinn macht. Wer sich länger an den drei Ufern aufhält und ins Wasser sieht, versteht, warum Flüsse so wichtige Grenzen sind. Sie sind anziehende Grenzen. Die meisten stoßen ab, Flüsse sind daher in der Moderne grenzfremdelnd und doch die ältesten Grenzen die es gibt. Haben wir also ganz falsche Deutungen von Grenzen gelernt?

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