Warum wir kurzsichtiger werden: Bernhard Pörksen zum „Kollaps der Kontexte“

Kürzlich hat Bernhard Pörksen im Philosophischen Radio (WDR 5, bei 41: 40) ein wichtiges Stichwort gegeben zur digitalen Kommunikation: „Kollpas der Kontexte“. Er erkennt eine Abkopplung der Inhalte von ihren Umgebungen und Ursprüngen, eine möglicherweise fatale Verdichtung:

Kommunikation in digitaler Form lässt sich blitzschnell aus ihrer ursprünglichen Verwendungssituation herauslösen. Wir geraten durch die Geschwindigkeit, die Hektik, den Äußerungsdruck und den Reaktions- und Interaktionszwang zunehmend unter Druck, machen mal kleinere, mal größere Fehler und schicken unsere Botschaften zu schnell weg – vielleicht in die falschen Kanäle. Die Lästermail, die schnoddrig formulierte SMS – all dies zeigt: Das digitale Zeitalter ist auch das Zeitalter der permanent produzierten Missverständnisse, weil unseren Kommunikationsangeboten, ich nenne es jetzt einmal so allgemein, die Verankerung im Kontext zunehmend entzogen wird. Es gibt so etwas wie einen Kollaps der Kontexte.

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