Ent- und Beschleunigung im Beruf, Gedanken am Rande des Master-Seminars “Medien, Zeit und Achtsamkeit”

Dieses Bild habe ich am letzten Zipfel der Lofoten gemacht, vor einem Aufstieg auf den hinteren Berg

Diese Gedanken entstanden nach einem Studienseminar an der Hochschule Darmstadt zum Themenkreis “Medien, Zeit und Achtsamkeit”:

Wie lautet das Paradigma unserer Zeit, als Paradoxon gedacht, dem sich Menschen in vielen Berufen heute stellen müssen? Sie sind aufgefordert, mit zunehmend weniger KollegInnen in stets kürzerer Zeit bei rasant steigendem Informationsangebot mit immer neuen Technologien fortwährend komplexer werdende Themen in ansprechenderer bzw. besserer Weise zu bearbeiten im Hinblick auf einen höheren Profit des Gesamtsystems (z.B. Unternehmen), dessen Teil sie sind. Kern dieser Steigerungslogik ist, so lange man sie als Momentaufnahme versteht, das ökonomische Effizienzparadigma als Hauptthese unseres Wachstumsmodells. Entzieht man sich der momentanen Perspektive, verzeitlicht das Paradoxon stärker und setzt es in den Kontext etwa eines ganzen Arbeitstages, so vervielfältigt sich die Anforderung sofort in eine unbestimmte Quantität. Denn sie könnte gar für eine Stunde gelten, in der die Ansprüche gegenüber der kommenden Stunde erfüllt werden müssen. Oder nur für eine Minute. Womöglich Sekunden, in manchen Berufen, an der Börse etwa. Nur was macht diese Arbeitsanforderung, die sich gegenüber vordigitalen Ansprüchen durch ihre Mehrdimensionalität unterscheidet, mit uns – als Gesellschaft sowie den einzelnen Menschen?

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