Thesen zur Umweltkommunikation

 

Für einen Vortrag auf der Veranstaltung „Wende in der Atompolitik – soziale und ökologische Rahmenbedingungen für erneuerbare Energien“ in Hannover sollte ich ein Thesenpapier zum Umweltjournalismus und der grünen Themenrevolution verfassen. Es wurde auch verteilt, hier sind die Thesen:

1 Wir erleben (seit 2006) eine grüne Themenevolution; den Beginn einer neuen gesellschaftlichen Debatte. Der Klimawandel und das Energiethema sind die Motoren dafür.

2 Medien reagieren nachhaltig auf den Greening-Prozess: Sie berichten mehr, wodurch der Umweltjournalismus eine Renaissance erlebt. Er muss auch als Korrektorat wirken, da Verzerrungen und Verkürzungen zunehmen.

3 Das Wissen zur Kima- und Energiethematik ist durch die gestiegene Aufmerksamkeit angewachsen – nicht aber die gesellschaftliche Fähigkeit, die Probleme zu lösen. Wie kommuniziert man diese Umweltthemen in einer Weise, dass Umwelthandlungen entstehen? Das ist wohl eine der größten Herausforderungen.

4 Teil einer wirksamen Kommunikation kann sein, das Energiethema immer wieder in den Gesamtkontext „Klimawandel“ zu stellen und zu zeigen, was klimapolitisches Zaudern bzw. energiepolitisches Zögen finanziell kostet (siehe Stern-Report usw ).

5 Wichtig ist es auch, lösungsorientiert zu kommunizieren, d. h. gelungene Beispiele, wissenschaftliche Lösungskonzepte und neue Ideen anzusprechen – und nicht nur dem – vor allem in Deutschland – vorherrschenden Katastrophismus Rechnung zu tragen.

6 Unterthematisiert sind soziale und kulturelle Fragen, die sich durch die Energiewende und den Klimawandel stellen – und letztlich zeigen, dass es nicht nur um ein ökonomisches oder ökologisches Problem geht, sondern um eine gesamtgesellschaftliche, epochale Thematik. Klimakultur- und Klimasozial-Forschung entwickeln sich zwar, finden öffentlich aber zu wenig Gehör.

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