Zwischen Himmel und Herde: Geschichten von Haustür-Abenteuern und Fernweh-Wildnis

Wir sind eine Familie, die gerne reist. Seit rund zehn Jahren sind wir als Paar unterwegs, seit acht Jahren mit mittlerweile drei Kindern. Meistens zieht es uns mit Auto, Bus, Wohnmobil oder Zug in nordische Gefilde, oft in Europa. Was uns antreibt, ist die Suche nach besonderen Landschaften, nach Weite, Schönheit und  Wildnis. Die gibt es aber auch vor unserer Haustür: in Mühltal bei Darmstadt, wo wir versuchen, möglichst oft die kleinen, aber nicht weniger spannenden Touren anzugehen.

Wir treffen unterwegs viele Menschen, gerade auch andere Familien. Und Tiere – manchmal ganze Herden, seien es Rehe, Hirsche, Rentiere, Mustangs oder Bisons. Auch durch sie haben sich so viele Bilder und Erlebnisse angesammelt, dass wir beschlossen haben, das Schönste davon über diesen Blog zu teilen – auch mit dem Hintergrund, auf die Bedrohung der Natur hinzuweisen. Denn ihre Schönheiten und Kostbarkeiten sind in Gefahr. Und damit auch das, was unser Reisefieber entfacht und uns losziehen lässt.

Wo die Mikrowildnis wartet

Uns interessieren große Landschaften wie auch kleinere Orte, in denen die heimische „Mikrowildnis“ wartet. Die Orte und Bilder für diesen Blog wählen wir alle aus, Torsten und Vanessa, Matilda, Lasse und Mika. Die Bilder machen wir alle, oft aber Vanessa, die Familienberaterin ist und vorher viel in der Outdoor-Branche gearbeitet hat. Die kleinen Texte kommen von Torsten, der Journalismus-Professor an der Hochschule Darmstadt mit dem Arbeitsschwerpunkt Umweltjournalismus ist und für den Unesco-Geo-Park Bergstraße-Odenwald manche unserer Blogs in der Text-Kolumne „Geschichten von Stein und Sein“ publiziert.

Uns geht es um Momente und Bilder, mit denen wir die Natur im Zusammenspiel mit kleinen Geschichten ganzheitlich erfahrbar machen wollen. Es gibt einen breiten gesellschaftlichen Naturdrang, den wir auch bei uns erleben. Und der oft, aber nicht immer, verbunden ist mit dem Stichwort der Nachhaltigen Entwicklung, die der Rahmen für unsere freiberufliche Arbeit in der Familien- und Umweltarbeit ist.

Wir sind beide in Mühltal bei Darmstadt aufgewachsen und waren früher viel draußen. Haben Höhlen gebaut, im Wald gespielt und sind viel geklettert – so, wie es unsere Kinder jetzt auch machen. Wie schön und auch wichtig diese Zeit draußen für Kinder und Familien ist, vor allem davon wollen wir „Zwischen Himmel und Herde“ erzählen.

Draußen sich selbst finden

Es sind viele Themen, die sich derzeit verweben: Angefangen bei dem Erfolg von Landzeitschriften bis hin zu Bio-Ernährung sowie regionalen Lebensmitteln und Trends wie Wandern, Waldkindergärten, städtisches Gärtnern, solidarische Landwirtschaft, Imkern, Kräuterwanderungen, Selbstversorgung, Jagen oder Wildnis-Kurse, für die Torsten ab Oktober eine einjährige Weiterbildung als Trainer beginnt.

Die Gesellschaft will wieder hinaus und etwas finden – auch sich selbst. Doch wie geht dieses Hinauswollen, wer macht es, an welchen Orten? Und mit welchen Bildern und Geschichten? All das fragen wir uns als Blogger, die in der Region aufgewachsen sind, lange weg waren und jetzt wieder hier leben, direkt am Wald. Und auch ein bisschen von ihm, denn wir sammeln dort Kräuter, Beeren und Pilze, spielen, sind auf der Slack-Line, schießen Bogen, gehen Wandern. Und machen  Schnitzeljagden und Schatzsuchen an den Geburtstagen.

Ein kleines Stück Selbstversorgung

Außerdem haben wir unseren Fluss, die Modau, deren Tierwelt wir oft beobachten – endlich ist der Biber da! – und aus der wir Forellen angeln und essen – wie auch aus dem Rhein und umliegenden Seen. Vom Förster kaufen wir regelmäßig ein Reh für Feiern und Festtage. Es geht uns auch darum, ein Stück weit auf Selbstversorgung zu setzen. Einerseits macht es Spaß, weshalb wir über mehrere Jahre Beete in Stadtgarten-Projekten in Hamburg und Darmstadt beackerten. Und zusammen eine Kräuterausbildung bei Daniela Wolff in Hamburg gemacht haben.

Andererseits ist ein Stück Selbstversorgung in unseren Familien Tradition: mit Feldern und Gärten vor dem Dorf, mit der Ernte der Johannisbeeren, Quitten, Pflaumen und Kirschen im Garten der Großeltern. Oder der Äpfeln den eigenen Obstbaumwiesen an der Bergstraße. Es gab auch die Ernte der Holunderbeeren im August, aus denen die Oma Marmelade und Saft gemacht hat. Abhängig von der Jahreszeit waren auch Schleienangeln im April, Teekräutersammeln im Mai, Pilzsuche im September und Hechtangeln im Oktober. Wir versuchen, diese Gewohnheiten wieder in den Alltag einzubauen – wenn es geht gemeinsam mit den Kindern. Und es geht oft, viel öfter, als man denkt.

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