Urbanes Gärtnern – unser Auftakt mit der neuen Ackerparzelle
Denn die „Jungpflanzen-Ausgabe“ stand auf dem Plan: Gieskannen und Harken aus dem Bauwagen besorgen, Setzlinge in eine Kiste, die am Tor zu den Äckern steht, dann rüber zu unserer neuen Ackerparzelle, die wir nach langem Warten endlich bekommen haben. Nachschauen im Beete-Plan, wo noch Platz ist. Und dann Wässern und Mulden graben für Kohlrabi, Salat, Grünkohl und Sellerie. 10 Minuten warten, Pflanzen einsetzen.
Dazwischen: den ganzen anderen Städtern zuschauen, die sich aufgemacht haben, um ihren eigenen kleinen Acker zu bestellen. Den Vögeln zuhören, die an diesem Abend alles gaben – vom Kanadagänse-Konzert am nahen See bis zum Krähengekrächze vom Waldrand. Ein Storch flog über uns hinweg. Und der Abend verflog unbemerkt. Zum Schluss hatten ich und Adrian, unser Nachbar, der mit seiner Freundin eine 1,5 x 25 Meter-Acker gleich neben unserem hat, dreckige Hände und ein breites Lächeln im Gesicht sitzen. Denn unverhofft waren da erste dicke Radieschen zum Mitnehmen – und glänzende, seltsam feste Salatblätter unserer eigenen Salatköpfe. Ein gutes Gefühl kam auf.
Mit dabei im Projekt “Erntezeit”
Möglich macht das das Projekt „Erntezeit” von Jule und Henry Vickery. Sie vermieten für ein Jahr die Ackerparzellen für 160 Euro an pflanzwütige Freizeitgärtner wie wir, die das Feld nur bestellen müssen. Gesät wird vorher – mit Ausnahme der Wunschreihen, die man hat.
Letztlich wachsen da jetzt so viele Gemüsesorten, dass ich mir nicht mehr viele andere vorstellen kann. Alles Bio und mit einem durchdachten und charmant erklärten Konzept dahinter – zu lesen gibt es mehr auf der Erntezeit-Website – und in diesem Blog immer dann, wenn wir auf dem Acker waren. Da wird es dann darum gehen, wie toll ein solcher Acker auch für Kinder ist. Denn wir waren mit unserer 16 Monate alten Tochter schon am vergangenen Wochenende kurz da – und sie hatte sofort zwei Gießkannen in der Hand und wollte loslegen.
Und ich werde auch einmal die Mitgärtner in den Blick nehmen, die teils schon recht viel Erfahrung haben. Oder gar keine. So, wie wir. Es hilft nur bedingt, wenn die Eltern zu Hause schon immer viel gegärtnert haben, und man das selbst in jungen Jahren irgendwie mitmachen musste/wollte. Vieles ist verflogen. Oder man denkt, wie ich, aus der Theorie heraus, es doch noch zu können. Von wegen! Erst wässern? Was ist nun Grünkohl? Wie war noch mal der Abstand für die Setzlinge?
30 Zentimeter für den Salat, stand in der Anleitungs-Mail, die wir urbanen Grünland-Fans vorher bekommen haben. Zur Sicherheit. Und in der Tat, es war eine gute Hilfe für den Start der Erntezeit, die schon jetzt ein bisschen glücklich macht.