Interview mit Zeo2: “Wir wollen bissig, aber nicht bärbeißig sein”

Seit diesem Jahr wird das 2008 erstmals erschienene Umweltmagazin “Zeo2″ von der taz gemacht. Die Deutsche Umwelthilfe bleibt aber Herausgeber. Torsten Schäfer sprach mit Chefredakteur Marcus Franken über die Ziele des Magazins und den grünen Medientrend.

Warum sind grüne Themen medial wichtiger geworden? Vom Lebensmittelskandal bis zum Ausstieg aus der Atomenergie dominieren grüne Themen oft genug die Titelseiten und die vorderen Plätze im Fernsehen – oder die Top-Meldungen im Internet. Klimawandel, Ressourcenknappheit und historische hohe Preise, Artenrückgang und Lebensqualtität sind beherrschende Themen. Die Frage, wie der Mensch sich auf diesem Planeten einrichtet, ist offensichtlich wieder wichtig geworden. Es gibt eine neue Sensibilität dafür. Aber es gibt für dieses Mega-Thema kaum ein eigenes Magazin, dass das konsequent im Auge behält. Genau das wollen wir mit zeo2.

Aber was steht dahinter? Wir befinden uns in einem mehrfachen Umbruch: Vom fossilen Zeitalter ins Postfossile; vom nicht-nachhaltigen Wirtschaften ins nachhaltige Wirtschaften. Wir erleben heute, wie ganze Industrien zugrunde gehen: Etwa die Ölindustrie, die immer noch die größten und mächtigsten Konzerne des Planeten stellen. Und neue Industrien entstehen: von den Erneuerbaren bis hin zur Entwicklung von Sromspeichern für die Fahrzeuge von Morgen. Da finde ich es eher erstaunlich, dass nicht mehr Verlage das Thema mit einem eigenen Heft besetzen.

Was will Zeozwei erreichen? Wir wollen mit Humor und guter Recherche über die großen Umwelt- und KLima- und Lebensstilfragen auf diesem Planeten berichten. Das geht bei der Energiewende los, läuft über die Mobilität der Zukunft und hört bei guten Lebensmitteln nicht auf. Wir wollen unsere Ziele vor allem über gründliche Reportagen und Features, kluge Standpunkte aber auch schicke und ökologische Produkt-Empfehlungen erreichen. Dazu gehören auch hämische Kommentare etwa zu Claudia Roth. Wir wollen bissig, aber nicht bärbeißig sein.

Wieviele Mitarbeiter gibt es? Das habe ich nie gezählt: neben der Redaktion von Manfred Kriener und mir gibt es die Kolleginnen und Kollegen im Layout, die Gestalter von Kircher + Burkhard, die das Heft entworfen haben, die Leute bei der taz, die die ganze Arbeit des Vertriebs und des Marketings im Hintergrund machen. Ohne die vielen freien Autoren, die bei uns schreiben, sind ein gutes Dutzend Leute regelmäßig mit zeo2 beschäftigt.

Gibt es genug Anzeigen aus dem grünen Spektrum? Anzeigen gibt es nie genug. Wir merken aber schon, dass die grünen Unternehmen von Lebensmittelanbietern bis Öko-Energie-Firmen nicht so finanzstark sind, um häufig genug zu schalten. Wir setzen darum in erster Linie auf die Abonnenten und Kiosk-Käufer: Bei gut 8000 verkauften Heften werden wir rental.

Gibt es Bedarf an freien Autoren? Wie hoch sind die Honorare? 80 % des Blattes werden von Freien geschrieben, wir freuen uns über gute Angebote von Text und Bild. Die Honorare liegen bei 200 Euro aufwärts.

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