Bekenntnis

Weit entfernt, wenig geliebt, kaum verstanden – in der breiten Öffentlichkeit stößt die Europäische Union auf wenig Gegenliebe. Oft zu Recht, denn Bürgernähe und Demokratie gehörten nicht zu den Materialien, mit denen das „europäische Haus“ gebaut wurde. Und manche Richtlinie lässt in der Tat tiefe Zweifel aufkommen. Nichtsdestotrotz regelt die EU heute weite Teile des politischen Lebens ihrer Mitgliedstaaten. Ein Großteil der Gesetze nimmt seinen Vorlauf in Brüssel. In Feldern wie der Umwelt- und Agrarpolitik haben mehr als 80 Prozent der Regelungen einen europäischen Anstrich. Der Fakt, dass die Musik zwar in Deutschland spielt, die Dirigenten aber meist in Brüssel sitzen, blendet der Journalismus zu oft aus. Warum das so ist, das will dieser Blog unter anderem klären – ohne dabei die vielen positiven Ansätze im Europajournalismus zu vergessen.

Positiv ist auch die Konjunktur des Umweltthemas in der Öffentlichkeit. Mit aller Macht hat der Klimawandel die Agenda durcheinander gewirbelt und alten Fragen neue Aktualität gegeben: Wie gehen wir mit den natürlichen Lebensgrundlagen um? Wie vorausschauend ist unsere Art des Wirtschaftens? Welchen Respekt haben wir für Mitlebewesen? Immer klarer zeichnet sich ab, dass sich Ökonomie und Politik grundlegend verändern müssen, wenn die ökologische Misere nicht zu tief greifenden globalen Krisen führen soll.

Dieser nötige Wandel muss journalistisch begleitet werden. Es muss darum gehen, zwischen aufkommender Panik und zementierter Unbesorgtheit Lösungswege sachlich zu diskutieren, die der Natur eine Chance lassen. Wichtiger Akteur dieser Diskussion ist die EU – und in ihr Deutschland. Beide stilisieren sich zu umweltpolitischen Vorreitern. Doch großen Worten folgen nicht immer hehre Taten. Ob Brüssel und Berlin ihren Ansprüchen gerecht werden, bedarf der journalistischen Überprüfung – was gemeinsam oft besser gelingt. Deshalb ist es auch Ziel dieses Blogs, Fachjournalisten zusammenzuführen. Und darüber hinaus alle zu erreichen, die sich für Umweltkommunikation, deren Wirkung und die europäische Frage interessieren.

Es geht um die fachliche Debatte. Darum, das gemeinsame Wissen zu erweitern, neue Ideen zu diskutieren, Recherchehilfen zu geben. Und bislang eher verstecke Räume im Netz zu öffnen. Gemeint sind Seiten, Blogs, Studien oder Magazine – Instrumente, die uns die Arbeit erleichtern und eine bessere, hintergründigere Berichterstattung möglich machen.