Im Reich der Bären (Eigentext)
06. September 2012Die Finnmark von Orsa in Schweden ist eines der besten Bärenreviere in Skandinavien. Ein deutsches Paar erforscht die Raubtiere und führt Besucher tief in ihr Reich hinein. Mehr bei Merian.de
Die Finnmark von Orsa in Schweden ist eines der besten Bärenreviere in Skandinavien. Ein deutsches Paar erforscht die Raubtiere und führt Besucher tief in ihr Reich hinein. Mehr bei Merian.de
Eine der größten internationalen Initiativen für Umweltjournalismus ist das Earth Journalism Network. Ich organisiere gerade dafür ein Seminar zur EU-Fischereipolitik für deutsche Journalisten, das Ende Oktober in Lübeck stattfinden wird. Das Netzwerk organisiert weltweit umweltjournalistische Seminare, hält Studien und Lehrmaterialien bereit. Eine wunderbare Fundgrube für alle Interessierten!
Seit diesem Jahr wird das 2008 erstmals erschienene Umweltmagazin “Zeo2″ von der taz gemacht. Die Deutsche Umwelthilfe bleibt aber Herausgeber. Torsten Schäfer sprach mit Chefredakteur Marcus Franken über die Ziele des Magazins und den grünen Medientrend.
Warum sind grüne Themen medial wichtiger geworden? Vom Lebensmittelskandal bis zum Ausstieg aus der Atomenergie dominieren grüne Themen oft genug die Titelseiten und die vorderen Plätze im Fernsehen – oder die Top-Meldungen im Internet. Klimawandel, Ressourcenknappheit und historische hohe Preise, Artenrückgang und Lebensqualtität sind beherrschende Themen. Die Frage, wie der Mensch sich auf diesem Planeten einrichtet, ist offensichtlich wieder wichtig geworden. Es gibt eine neue Sensibilität dafür. Aber es gibt für dieses Mega-Thema kaum ein eigenes Magazin, dass das konsequent im Auge behält. Genau das wollen wir mit zeo2.
Aber was steht dahinter? Wir befinden uns in einem mehrfachen Umbruch: Vom fossilen Zeitalter ins Postfossile; vom nicht-nachhaltigen Wirtschaften ins nachhaltige Wirtschaften. Wir erleben heute, wie ganze Industrien zugrunde gehen: Etwa die Ölindustrie, die immer noch die größten und mächtigsten Konzerne des Planeten stellen. Und neue Industrien entstehen: von den Erneuerbaren bis hin zur Entwicklung von Sromspeichern für die Fahrzeuge von Morgen. Da finde ich es eher erstaunlich, dass nicht mehr Verlage das Thema mit einem eigenen Heft besetzen.
Was will Zeozwei erreichen? Wir wollen mit Humor und guter Recherche über die großen Umwelt- und KLima- und Lebensstilfragen auf diesem Planeten berichten. Das geht bei der Energiewende los, läuft über die Mobilität der Zukunft und hört bei guten Lebensmitteln nicht auf. Wir wollen unsere Ziele vor allem über gründliche Reportagen und Features, kluge Standpunkte aber auch schicke und ökologische Produkt-Empfehlungen erreichen. Dazu gehören auch hämische Kommentare etwa zu Claudia Roth. Wir wollen bissig, aber nicht bärbeißig sein.
Wieviele Mitarbeiter gibt es? Das habe ich nie gezählt: neben der Redaktion von Manfred Kriener und mir gibt es die Kolleginnen und Kollegen im Layout, die Gestalter von Kircher + Burkhard, die das Heft entworfen haben, die Leute bei der taz, die die ganze Arbeit des Vertriebs und des Marketings im Hintergrund machen. Ohne die vielen freien Autoren, die bei uns schreiben, sind ein gutes Dutzend Leute regelmäßig mit zeo2 beschäftigt.
Gibt es genug Anzeigen aus dem grünen Spektrum? Anzeigen gibt es nie genug. Wir merken aber schon, dass die grünen Unternehmen von Lebensmittelanbietern bis Öko-Energie-Firmen nicht so finanzstark sind, um häufig genug zu schalten. Wir setzen darum in erster Linie auf die Abonnenten und Kiosk-Käufer: Bei gut 8000 verkauften Heften werden wir rental.
Gibt es Bedarf an freien Autoren? Wie hoch sind die Honorare? 80 % des Blattes werden von Freien geschrieben, wir freuen uns über gute Angebote von Text und Bild. Die Honorare liegen bei 200 Euro aufwärts.
Es gibt innere und äußere Landschaften. Letzte führen zu ersten und umgekehrt. In dieser Wechselbeziehung sind in den letzten Jahren einige Verse entstanden, die ich in einem kleinen Verlag als Band veröffentlicht habe (Schmallert. Innere und äußere Landschaftslyrik. Bad Schwartau 2012). Die Zeilen gibt es hier zum Download in der Hoffnung, sie schaffen neue Eindrücke und Bilder, die normalsprachlich abwesend bleiben.
Der Kollege Jens Eber hat einen neuen Blog angelegt, der Nachhaltigkeit im Journalismus aus einer lokalen Perspektive betrachtet – ein wichtiger Beitrag, das komplexe Thema „von unten“ zu sehen, um nah am Leser zu sein. Hier geht es zu seiner Seite Thinkglobalwritelocal.de.
Diese beiden Texte sind von mir und Marie-Luise Braun gerade erschienen:
# Es grünt so grün. Nachhaltige Themen besetzen in der Medienlandschaft eine eigene Nische. Doch das Know-how von Fachjournalisten fehlt oft. In: Medium Magazin 7/8 2012, S. 48-51.
# Medien in Grün. Steckbriefe nachhaltiger Online- und Printmedien. In: Medium Magazin 7/8 2012, S. 52.
Durchdacht und hilfreich finde ich die „Zehn Überlebenstipps für Jungjournalisten“ von Reinhard Christl. Er ist Leiter des Instituts für Journalismus der FH Wien und war 14 Jahre lang Journalist.
Gerade ist der neue Umweltjournalist mit einem Artikel zum Lüneburger Studienprogramm „Nachhaltigkeit und Journalismus“ geschrieben, den ich zusammen mit Marie-Luise Braun und Daniel Fischer verfasst habe: Wieder gefragt. Studien und Fortbildungen für Umweltjournalisten. Umweltjournalist 1/2012, S. 16.
Für das Seminar “Nachhalitgkeit und Journalismus” der Stiftung Forum für Verantwortung habe ich Dateien mit Artikel-Zugängen, elf besonderen Quellen und vielen Links erstellt. Viel Spaß beim Lesen!
Wir gärtnern ja jetzt, und da ist mir eingefallen, dass ich einmal einen Artikel über die Ursprünge unsere Hausgartens gemacht habe, der u.a. im Kölner Stadtanzeiger lief:
Aachen – Sein Ruf als erster europäischer Staatsmann ist unbestritten. Doch dass der Frankenherrscher Karl der Große (768-814) den modernen Gartenbau begründet hat, wissen die wenigsten. Karl ließ ein botanisches Register erstellen, aus dem sich der Hausgarten von heute entwickelte. „Jeder Gärtner habe auf dem Dach den Hauswurz stehen“, heißt es Karls Hofgüterordnung. „Als magische Pflanze sollte der Hauswurz vor Blitzen schützen. Deshalb wächst er noch heute auf Bauernhöfen“, sagt Biologe Karl Josef Strank.
Strank ist Geschäftsführer des Freundeskreises Botanischer Garten Aachen. Auf einem Hofgut vor der Stadt hat der Freundeskreis auf 1000 Quadratmetern den „Karlsgarten“ anhand historischer Quellen nachgebaut. „Wir wollen zeigen, wo unser Hausgarten seinen Ursprung hat“, sagt der Biologe. Von niedrigen Hecken eingefasst, schlängeln sich enge Pfade vorbei an geometrisch angeordneten Beeten. Buchen rahmen das Grün ein. Überall im Frankenreich wurden Gärten nach Karls Gebrauchsanweisung geschaffen… Weiter geht es beim KStA.
Denn die „Jungpflanzen-Ausgabe“ stand auf dem Plan: Gieskannen und Harken aus dem Bauwagen besorgen, Setzlinge in eine Kiste, die am Tor zu den Äckern steht, dann rüber zu unserer neuen Ackerparzelle, die wir nach langem Warten endlich bekommen haben. Nachschauen im Beete-Plan, wo noch Platz ist. Und dann Wässern und Mulden graben für Kohlrabi, Salat, Grünkohl und Sellerie. 10 Minuten warten, Pflanzen einsetzen.
Dazwischen: den ganzen anderen Städtern zuschauen, die sich aufgemacht haben, um ihren eigenen kleinen Acker zu bestellen. Den Vögeln zuhören, die an diesem Abend alles gaben – vom Kanadagänse-Konzert am nahen See bis zum Krähengekrächze vom Waldrand. Ein Storch flog über uns hinweg. Und der Abend verflog unbemerkt. Zum Schluss hatten ich und Adrian, unser Nachbar, der mit seiner Freundin eine 1,5 x 25 Meter-Acker gleich neben unserem hat, dreckige Hände und ein breites Lächeln im Gesicht sitzen. Denn unverhofft waren da erste dicke Radieschen zum Mitnehmen – und glänzende, seltsam feste Salatblätter unserer eigenen Salatköpfe. Ein gutes Gefühl kam auf.
Mit dabei im Projekt “Erntezeit”
Möglich macht das das Projekt „Erntezeit” von Jule und Henry Vickery. Sie vermieten für ein Jahr die Ackerparzellen für 160 Euro an pflanzwütige Freizeitgärtner wie wir, die das Feld nur bestellen müssen. Gesät wird vorher – mit Ausnahme der Wunschreihen, die man hat.
Letztlich wachsen da jetzt so viele Gemüsesorten, dass ich mir nicht mehr viele andere vorstellen kann. Alles Bio und mit einem durchdachten und charmant erklärten Konzept dahinter – zu lesen gibt es mehr auf der Erntezeit-Website – und in diesem Blog immer dann, wenn wir auf dem Acker waren. Da wird es dann darum gehen, wie toll ein solcher Acker auch für Kinder ist. Denn wir waren mit unserer 16 Monate alten Tochter schon am vergangenen Wochenende kurz da – und sie hatte sofort zwei Gießkannen in der Hand und wollte loslegen.
Und ich werde auch einmal die Mitgärtner in den Blick nehmen, die teils schon recht viel Erfahrung haben. Oder gar keine. So, wie wir. Es hilft nur bedingt, wenn die Eltern zu Hause schon immer viel gegärtnert haben, und man das selbst in jungen Jahren irgendwie mitmachen musste/wollte. Vieles ist verflogen. Oder man denkt, wie ich, aus der Theorie heraus, es doch noch zu können. Von wegen! Erst wässern? Was ist nun Grünkohl? Wie war noch mal der Abstand für die Setzlinge?
30 Zentimeter für den Salat, stand in der Anleitungs-Mail, die wir urbanen Grünland-Fans vorher bekommen haben. Zur Sicherheit. Und in der Tat, es war eine gute Hilfe für den Start der Erntezeit, die schon jetzt ein bisschen glücklich macht.
Es ist einfach immer wieder ein besonderes Schauspiel, wenn ein Mäusebussard an einem warmen Tag die Thermik nutzt und sich langsam in die Höhe hinauftragen lässt. Das können wir jetzt in diesen schönen Tagen bei klarem Wetter oft beobachten. Und nicht nur der Bussard, einer der häufigsten Greifvögel, zeigt sich über Feldern, Wäldern und oft auch am Rand von Autobahnen. Auch Turmfalken kann man erspähen, an größeren Gewässern auch mit etwas Glück den schwarz-weißlichen Fischadler oder sogar, vor allem in Nord- und Ostdeutschland, den wieder erstarkten Seeadler mit seinem mächtigen Schwingen.
Ich bin am Wochenende durch Nordwestmecklenburg gefahren, und dort, in der teils noch recht gut erhaltenen, von Bäumen und Büschen durchzogenen Feldflur, war einiges zu sehen: Bussarde, Falken, ein Fischadler. Und es gab einen Rotmilan, der wegen seiner v-förmigen Kerbe im Schwanz auch Gabelweihe heißt. Er kommt nur in Europa vor, und rund die Hälfte seines Bestandes lebt in Deutschland. Für diesen Vogel haben wir also eine besondere Verantwortung. Der dunklere Schwarzmilan ist kleiner und hat einen schwächer gekerbten Schwanz. Er kommt oft an Gewässern und Augebieten vor wie etwa dem südhessischen Naturschutzgebiet Kühkopf-Knoblochsaue – eine amazonashafte Wasserlandschaft mit dichten Wäldern und wunderbaren Streuobstwiesen. Der Schwarzmilan ist hier das Wappentier.
Gut sind frisch gemähte Wiesen
Am besten begibt man sich zur Greifvogelsuche mit Fernglas und Bestimmungsbuch auf Anhöhen nahe großer Felder oder Wiesen. Gute Orte sind auch frisch gemähte Wiesen und abgeerntete Felder, weil Beutetiere hier leicht zu sehen sind. Turmfalken zum Beispiel sind typische Feldjäger. Meist stehen sie flatternd über einer Stelle und schauen nach Beute. Greifvögel können zu jeder Jahreszeit beobachtet werden. Im Herbst ziehen manche Arten in Schwärmen gen Süden. Und zur Balzzeit im Frühjahr führen Bussarde und Milane ihre Kunststücke am Himmel vor: Saltos und scharfe Kurven. Manche Tiere übergeben sich im Flug sogar Beute. Lies den Rest des Artikels »
Wolf, Biber, Luchs, Otter, Adler, Lachs – es kehren zwar wieder viele größere Wildtierarten nach Deutschland zurück, worüber sich medial gerne gefreut wird. Da bin ich auch mit von der Partie. Aber gleichzeitig bleibt die Angst bestehen vor den wilden Tieren. Und die Konkurrenzangst der Jäger. Jetzt ist ein Wolf im Westerwald erschossen worden. Und in Lübeck lagen zwei Seeadler vergiftet unter ihrem Nest. Geht’s noch?, kann man da nur fragen. Was treibt die Täter an? Was ist ihr Ziel? Als ich in der Eifel als Reporter arbeitete und der Luchs gerade zurück kam, das war so 2005/06, sprach ich mal mit einem Jäger, der mir auf die Frage nach einer möglichen Bedrohung allen Ernstes sagte, dass der Luchs eben eine natürlich Konkurrenz des jagenden Menschen sei und deshalb kritisch betrachtet werde. Es wurden damals auch zwei Luchskinder geboren. Irgendwann waren sie dann weg, samt Mutter. Es kann gut sein, dass irgendwer in Dunkelgrün abgedrückt hatte. Von solchen “Versehen” erzählten auch die Wildkatzen-Forscher, wenn es darum ging, wodurch die Tiere bedroht sind.
Der wirklich gute und einzigartige Online-Fachdienst Klimaretter.info steht vor dem Aus. Die Kollegen brauchen Hilfe – und schreiben:
Notbetrieb! Notbetrieb! Notbetrieb!
Liebe Leserinnen und Leser,
klimaretter.info ist in Not geraten, seit 1. April bekommen die Redakteure unseres Magazins kein Geld mehr. Daher können wir den Umfang unserer Berichterstattung nicht mehr in der gewohnten Breite aufrecht erhalten, sondern nur ein schmales Notprogramm anbieten. Ob es weiter mit dem Magazin zur Klima- und Energiewende geht, hängt nicht zuletzt von Ihnen ab.
Ausführlicher gibt es Informationen auf der Notbetrieb-Seite.
Dr. Rainer Brämer schreibt:
“Sammelsurium” mag die Sache vor zwei Jahren getroffen haben – da befand sich www.natursoziologie.de noch in den Anfängen, während die Themen von www.wanderforschung.de und deren praktische Anwendung in Form der Schaffung einer neuen Gattung von Spitzenwanderwegen alle Kräfte in Anspruch nahmen. Mittlerweile sind die Wanderforschungs-Themen so weit vorangetrieben, dass sie erste Nachahmer-Studien provoziert haben. Premiumwege gibt es zu Hunderten in ganz Deutschland, und sie werden begeistert vom Publikum angenommen, weil sie ganz offensichtlich (und ja auch gezielt) ein weit verbreitetes Bedürfnis nach Naturkontakten im Sinne eines entlastenden Psychotops aufgreifen.
Von daher ist endlich Zeit und Raum für das übergreifendere Thema “Natur im Alltag”. Subthema um Subthema wird ausgebaut, zuletzt Naturwissen und Naturerfahrung, derzeit stelle ich Daten zum Thema Naturschutz zusammen. All das ist nicht zuletzt deshalb so faszinierend, weil dieses an sich große Feld noch weitgehend unbeackert ist und – wie schon zuvor beim Wandern – aus den empirischen Daten ein ganz anderes Bild entsteht als das der einschlägigen Klischees, Medien und Umweltprofis.
Derzeit wird das Thema Umwelt in der öffentlichen Kommunikation noch weitgehend auf der technisch-industriellen Ebene abgehandelt, wo sich Objekte und Subjekte wie in den Naturwissenschaften scharf getrennt gegenüberstehen. Tatsächlich ist unser alltägliches Naturverhältnis sehr viel integrativer angelegt. Natur und Mensch sind nicht zu trennen, und das gilt selbst auf der begrifflichen Ebene.
Jeder neue Wissenschaftszweig beginnt mit losen Einsichten, dann kommt ein Sammelsurium von irgendwie spannenden Befunden. Im Moment versuche ich, darüber hinauszukommen – leider immer noch weitgehend als Einzelgänger. Natursoziologie ist eigentlich eine Unterdisziplin der Umweltsoziologie, die sich aber bis heute nicht von der wissenschaftlich- technisch geprägten Perspektive der Trennung von Mensch und Natur hat emanzipieren können.
Mitarbeiter des Hamburger Climate Service Centres haben eine Studie zur öffentlichen Wahrnehmung des Klimawandels in Europa, den USA und weiteren Ländern zusammengefasst. Die Menschen sind weniger besorgt als früher – aus ganz konkreten Gründen. Hier der Auszug:
Obgleich der wissenschaftliche Kenntnisstand zum Klimawandel und seinen Folgen stetig wächst, hat das Thema aus Sicht vieler Menschen an Bedeutung verloren. Ein Paper ist jetzt der Frage nachgegangen, wie sich die Wahrnehmung des Themas in den letzten Jahren verändert hat und sich weiter entwickeln wird. So zeigt eine jährliche Befragung Hamburger Bürger, dass 2011 nur 44% den Klimawandel als „sehr ernste“ oder „ernste“ Bedrohung ansahen, während dies drei Jahre zuvor noch 63% taten. Ein ähnliches Bild präsentiert sich in der Europäischen Union, in Kanada, Aus- tralien, Neuseeland und den USA. Überall in der westlichen Welt scheint das Thema an Bedeutung verloren zu haben bzw. werden seine Folgen von der Bevölkerung zunehmend als weniger ernst eingestuft. Als Gründe führen die Autor- en politische Ereignisse wie Climategate, das Scheitern der Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen oder auch den Einfluss des Wetters an. Gleichzeitig weisen sie auf ein Paradox hin. So sei die Sorge in den USA bereits sehr hoch gewesen, als sich die Wissenschaft selbst noch relativ unsicher und auch die mediale Berichterstattung noch geringer war als in den letzten zehn Jahren. Die Autoren gehen deshalb davon aus, dass sich die öffentliche Wahrnehmung des Klimawandels zukünftig vom wissenschaftlichen Kenntnisstand wie auch von der medialen Berichterstattung ab- koppeln könnte.
Spielend können User ihre Vision von einer nachhaltigen und „grünen“ Stadt/Region ausleben und ihre Modellstadt oder -region kreieren: Jeder Spieler startet mit einem Betrag an grüner Währung / virtueller Spielwährung, mit dem er Items kaufen kann (umweltfreundliche, klimaschonende und energiesparende Technologien und Geräte wie z.B. klimaschonende Fortbewegungsmittel, Fahrradwege, Null-Energiehäuser, Grünflächen, Solarmodule usw.)
Der Gamer erspielt sich im Laufe des Spiels grüne Währung und spart virtuelles CO2 ein. Die Spieler entscheiden dann, für welche Spendenaktion oder welches Umweltschutzprojekt eines Unternehmens sie ihre Währung einsetzen wollen. Die dann in der Realität umgesetzten Aktionen werden allen Usern präsentiert. Die eingesetzte grüne Währung ist verbraucht und der Spieler kann weiter spielen, wenn er weitere Spendenaktionen unterstützen möchte. Es werden mehrere reale Projekte mit diesem Spiel verknüpft.
Grüne Themen haben die Agenda erobert, Medien ihre Berichterstattung über Umwelt und Nachhaltigkeit ausgeweitet – sei es mit neuen Sendungen, Serien, Sonderseiten oder ganzen Magazinen. Damit steigt der Bedarf für Journalisten, neues Sachwissen zu gewinnen und die besten Recherchequellen kennenzulernen - ebenso wie den grünen Medienmarkt, seine Anbieter, Schauplätze und Spielregeln. Entsprechende Weiterbildungen fehlen aber.
Das Seminar „Nachhaltigkeit für Journalisten“ der Stiftung Forum für Verantwortung macht am 8. /9. Juni in der Europäischen Akademie Otzenhausen (Saarland) Nachhaltigkeit und Journalismus-Programm Renommierte Forscher wie Hartmut Graßl und Harald Welzer führen in die Themen Klimawandel und sozialen Wandel ein. Stiftungsvorstand Klaus Wiegandt, Ex-Vorstandsprecher der Metro-AG, beleuchtet die ökonomische Seite der Nachhaltigen Entwicklung.
Bernhard Pötter, bekannter Umweltjournalist der taz und Bauchautor, bereitet die Teilnehmer gezielt auf den Gipfel Rio 20+ vor, der ab dem 21.6. das 20-jähirge Jubiläum des Erdgipfels von 1992 feiert – und damit dem Thema Nachhaltigkeit eine ganz konkrete Aktualität gibt. Daneben stehen Recherche-Strategien, Quellenkunde, Themenfindung und Textanalysen auf dem Plan.
Mehr unter www.forum-fuer-verantwortung.de. Das Seminar ist kostenfrei. Auch die Übernachtungen werden gestellt. Teilnehmer müssen nur die Anfahrt selbst tragen. Anmeldungen bitte unter “Nachhaltigkeit für Journalisten” bei Frau Hamm, hamm@eao-otzenhausen.de, Tel. 06873-662266