Für das Glänzen

Ich habe

Elfen, die mir helfen

und Trolle für die Wolle

die sie

am Tagesende spinnen

damit die Tage

zu wahrem Gold gerinnen

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Mohnwand, Aufbruch

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern und den Moment, als ich aufstand, das Café hinter mir ließ, den Blick von dem kleinen Hafen mit den Booten in der Sonne wandte und den Weg hochzog, bis mich plötzlich das Rot festhielt. Ich hatte noch den Geschmack im Mund von Ostseehering, auf dem dicke Salzkörner lagen und Zwiebeln, eine einprägsame Anordnung des sonst gänzlich unauffälligen Cafés im Hafen von Kåseberga, die ich bis heute noch genau aufmalen könnte, wenn ich malen könnte – des Geschmacks und der Rustikalität der Szenerie wegen. Salz, tanghaltige Seeluft, ein kühler, werdender Tag mit einer kämpfenden Juli-Sonne. Dazu mein Hunger nach all den vergeblichen Versuchen, in Ystad ein gescheites Frühstück zu finden.

Es war eine Poesie der Deftigkeit, aus der ich heraus ich den Weg erklommt, bis dieses Rot da war und ihn versperrte: die Flanke eines Dünenhügels über einer Hütte, aber und aber bewachsen mit Klatschmohn, dem ersten, den ich in diesem Jahr sah.

Rot gibt es in Schweden oft mehrfach an einem Platz. Führend ist meist das Falunrot an den Häusern, das man dem Kupferbergbau in der gleichnamigen Stadt zu verdanken hat. Farbführer war hier jetzt aber ein durchdringendes, tiefes Mohnblumenrot neben dem dunkleren Falunrot des Hauses und dies alles noch vor einem kurz zuvor jäh aufgerissenen, hellblauen Himmel, in den ich seit seinem ersten Anglimmen am Morgen begeistert hineinreisen wollte.

Nach dem Bad im Rot war ich noch mehr aufgeladen von der Reise, wäre auch bereit gewesen zu fliegen und hätte dafür Platz auch auf einer dunkleren Wolke genommen, um möglichst schnell weiterzukommen – in Richtung Norden, der Farben wegen.

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Schleier der Unzufriedenheit

Vielleicht gibt es, ähnlich zum Schleier des Nichtwissens von John Rawls, der mit dem Blick hindurch eine gerechtere Welt entdecken will, auch einen Schleier des Unfertigen, Unerreichten und Unzufriedenen, der sich täglich über viele Menschen legt, dichter gewoben bei denen einen, lichter bei den anderen. Sein Stoff gewinnt an Dichte durch Armut, Ungleichheit und Herabsetzung, aber auch durch Hektik, Hatz, Veräußerungs-  und Wettbewerbszwänge. Den Schleier zu heben und hindurchzusehen, Gegenpunkte für sich zu setzen, wäre eine große Aufgabe – etwa durch Ortswechsel, Reisen, Naturzeiten, Muße und Auszeiten, Lektüre, Kunst, Versenkungen, Austausch und Gemeinschaft mit anderen. Und zuvorderst durch einen politischen Rahmen, der Lebensqualität ernst nimmt, für alle Schichten der Gesellschaft.

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Seinsfrachtteile

  • Großer Faden
  • webt sich ein
  • ist verflochten
  • mit den alten Netzen
  • neuen Maschen
  • Manches fällt hindurch
  • Seinsfrachteile
  • auch heute
  • am Opferbaum
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Emil

Es war ein Mittag am Mien-See in Småland, diesem fast kreisrunden Gewässer, das aus einem Kometeneinschlag hervorgegangen ist. Ich sah das Schild im Augenwinkel, im letzten Moment: Angelführer mit Boot, bitte anrufen, jederzeit. Meine Versuche, in eigentlich besten aber dafür umso größeren Gewässern vom Ufer aus erfolglos die fischereilichen Schätze zu heben, sind ungezählt. Also notierte ich die Nummer auf dem Plastikschild, das  auf einer Scheune am Straßenrand klebte. Und rief an. Nicht die dunkle Stimme eines wettergegerbten Wildnismenschen war knarzend zu hören, sondern ein junges Fisteln, fast zart und in jedem Fall scheu.

Ja, Morgen um 6.30, bis 9. Dann müsse er wieder arbeiten im Elchpark, wo er an der Kasse säße jetzt in den Ferien. Kurze Sätze, nicht viel Aufhebens. Kaum hörbar. Das war Emil. Er war mein Führer über den großen See am nächsten Morgen. Und er war ein Mensch, den ich mit einer Landschaft habe verschmelzen sehen.

Der Mien war sein See

Der Mien war sein See, der seines Vaters und Großvaters. Sie waren Berufsfischer, jetzt gab es keine mehr dort. Nur Angler, of Deutsche, die Schwierigkeiten mit dem eigenartigen Gewässer hatten, seinen plötzlichen Untiefen, steil emporragenden Unteewasserbergen, den schlecht zu findenden Kanten und Abbrüchen, den kleinen Inseln und ihren unterseeischen Bedeutungen.

Emil kannte sie alle, und er zeigte gerne, dass alles seins war. Schlaksig, 19, Baseballkappe nach hinten, Kippe im Mundwinkel, wehende Haarsträhnen, die Hand lässig am Außenborder und bei voll aufgedrehtem Maschine noch eine Geschichte über den Miensee herauskramen, die Pausen abwarten, in denen der Zuhörer in die Weite sieht, harte, leise Sätze, abrupte Enden – so habe ich ihn in Erinnerung. Ein Stück berechnend, dann wieder unschuldig, fast immer cool. Durchaus gespielt, aber auch dieses Spiel war cool. Ebenso seine Überheblichkeit.

Drei Frauen

Drei Frauen habe er gerade, da sei noch die Jagd, erzählte er, um dann alle geschossenen Elche, Füchse und Hirsche hintereinander aufzuzählen. Als endlich, in letzter Minute, noch ein Zufallshecht im gleißenden Mittagslicht meinen Spinner schnappte, zog Emil im Boot nur die Brauen hoch: „Halber Meter, Das nehmen wir als Köderfische für die Großen.“ Der Mien hat große Hecht, aber keine Krokodile. Emil war es egal so lange er Stoff hatte, mit dem er die Landschaft und ihre Wesen weiter ausmalen konnte.

Für ihn war der See auch eine unterirdische Welt, die er ertauchte: auf der Jagd nach abgerissenen Ködern, verlorenen Messern, um die Fische zu sehen, die er fing und fangen ließ. Jede Landzunge und jeder Barschberg, sie hatten Namen, die zu Emils innerer Landschaft ebenso gehörten wie die kleinen Felseninseln, die manchmal aus dem Nichts der Nebelwände auftauchten, die wir mit dem Boot auf der Suche nach den Scharkanten immer wieder durchschnitten.

Auf den größeren Inseln stieg Mischwald an, die kleineren mussten mit nacktem Fels und ein paar Birken auskommen. „Manchmal ziehe ich mich dorthin zurück.“ – Warum? -  „Kein Grund. Zum Nachdenken. I don’t know.“ Er hatte Geschichten, aber keine großen Worte. Stattdessen dieser verschlagenen Blick der zuerst so fern von tiefer Naturliebe schien. Sein Verhältnis zum See war dagegen genau das, tiefe Liebe.

Er sah auf mich herab

Er fuhr plötzlich an die steile Felswand einer Insel mitten im Mien heran und erzählte, wie er und seine Schwester hier früher verstecken spielten während der Vater die Netze ausbrachte. Seine Schwester war dann eine dieser Wände herabgestürzt, sie fanden sie rechtzeitig. Er sprach von nächtlichen Fahrten über das Wasser. Gewitter. Kilometerweiter Einsamkeit, die er als Einzelgänger suchte.

Emil sah auf die ausländischen Angler herab, die er über den See fuhr. „Weil ihr auch die Kleinen mitnehmt“. Er sprach nicht vom gesetzlichen Mindestmaß sondern von seinem eigenen. „Ein Meter, darunter setzen wir alles zurück – es sind meine Fische“. Er war forsch, fabulierte in aller Unhörbarkeit, räsonierte, schwieg dann wieder und sah in die Ferne. Er war andächtig und machte dann wieder seine markige Seeshow mit allerlei Wildnisgeschichten. Aber an ihnen war alles Entscheidende real, es war zu fühlen. Geschehene Erlebnisse, vorgetragen als Show, für den Tourist, ihn selbst, die Kumpels im Dorf, die Mädchen am Ufer, für wen auch immer. Daran dachte er nicht. Er wollte in der Welt der Geschichten, zu der auch Smaland gehört, nur sein Revier markieren, ohne Zielgruppe im Sinn.

An der Kasse in Schwedens kleinstem Elchpark

Weiter gehen sollte es für Emil nach dem Job an der Kasse des kleinsten schwedischen Elchparks – „gerade haben wir einen “– in Australien. Oder Neuseeland. Eine dieser verheißungsvollen Ecken seiner Generation. Klettern vielleicht, Rumhängen, Feiern. Wieder dachte ich da, dass es fast keine Europäer unter 30 gab, die noch nicht down under waren. Zum Glück war ich über Dreißig und deshalb in der Minderheit, was mir meistens sympatischer ist.

Emil würde seinen See verlassen. Einen Moment lang verlor ich mich in uferloser Romantik und war traurig deswegen. Ich hatte ihn bereits als Figur in meine Naturideale einsortiert, hatte ihm eine Rolle zugedacht. Aber ich wachte auf. Dachte, als er mich mit den Barschen wieder in der Schilfbucht abgesetzt hatte und als immer kleiner werdende Silhouette zwischen den Inseln verschwand, dass er auch anders über seinen See gesprochen hatte. Nicht nur über die Stille, das Lilagrau der Morgennebel, die Grundwasserquellen an den tiefsten Stellen, das Meteoritengestein, das die Menschen hier sammelten.

Er sprach auch über die überfischten Bestände, den bedrohten Saibling, den es nur hier gab, sterbende Berufe. Und über die Einsamkeit einer schwedischen Waldjugend. „Was sollen wir hier schon machen?“ Augenzusammenziehen, Motor rumreißen, Blick zu den Inseln, nächste Stelle suchen.

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Endlich fertig: Mein Arbeitsbuch “Text und Recherche”

Ich veröffentliche hier mein “Arbeitsbuch Text und Recherche”, in dem viele Lehrmaterialien der vergangenen drei Jahre zusammengestellt sind – meist als Übersichten und Listen zu Text und Recherche, aber auch zu Umweltjournalismus und EU- sowie Auslandsaspekten.

Danke an Thomas Becht, der das Werk als studentischer Tutor geordnet und durchdacht hat! Das Arbeitsbuch wird stetig fortgeschrieben, da es noch einige Lücken und Unwuchten gibt. V.a. geht es etwa um Bericht und Interviews, die ich in der Lehre in Darmstadt zu Beginn vor allem als Formen im Fokus hatte. Ich mache jetzt aber mehr zu Reportage und Porträts sowie erzählerischen Themen, was dann in der nächsten Version neue Materialien liefern dürfte.

Der größte Dank geht an die Studierenden, mit denen zusammen Vieles entstanden ist, was hier, wiederum für ihre Nachfolger, nun als Werkstatt-Material nun gebündelt erscheint.

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Kleinreisensiege

Skulptur “Sphären”, Oberfeld, Darmstadt

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Ca Mau, Dat Mui, Cần Thơ – Reisen im Mekong-Delta

Ich bin wieder in Vietnam, um Dozenten der Medienakademie im Umweltjournalismus zu trainieren; es geht um Küstenschutz und Aquakultur. Wir sind dafür im Mekong-Delta. Gleich zu Beginn fuhren wir it einem kleinen Boot bis an die Südspitze des Landes , in einen Nationalpark hinein, vorbei an armen Khmer-Dörfern, lebendigen Flussstädtchen, abgeholzten Ufern, Mangroven-Wald. Zwischen den Lehrtagen ging es wieder hinaus, dieses Mal mit Führungen zu Mangroven-Pflanzungen, erodierenden Dämmen und einer Shrimps-Farm – es gab so viel zu fotografieren und notieren, dass ich erst jetzt zum Sortieren komme. Ich werde den ein oder anderen Reisetext oder auch Umweltreportage daraus machen. Hier die ersten Eindrücke.

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Ganz grundlegend: Hochschule, was heißt das?

Wir bieten Ihnen neues Wissen und Können sowie auch alte, bewährte Erkenntnisse an, auf deren Relevanz Sie vertrauen können. Nicht alles davon ist immer direkt anwendbar oder sofort greifbar. Vielmehr wird es auch kompliziert, mitunter gar im ersten Moment verworren und vieldeutig. Doch das ist gut so!

Denn an der Hochschule geht es auch um eine generelle, universelle Bildung im Sinne einer Erweiterung des Geistes und des eigenen Vorstellungsvermögens bezogen darauf, was gewesen ist, derzeit existiert, sein wird und auch sein kann.  Es geht dabei um eine Ausdehnung des Denkens, auch über die Fachgrenzen hinweg – im besten Sinne eines ganzheitlichen, inter- sowie transdisziplinären Lehr- wie auch Forschungsgedankens, der letztlich dem Fach der Fächer, der Philosophie, entspringt.

Um es noch anders zu fassen: Wir sind hier verantwortlich dafür, dass Sie das wichtigste Handwerkszeug für das analoge und digitale Berufsleben mitbekommen; keineswegs aber können wir Ihnen restlos alle praktischen Kompetenzen vermitteln, die Sie für die Praxis benötigen. Denn manches ist sehr grundlegend und nur von Ihnen im Selbststudium und der Heimarbeit zu erbringen wie etwa die stete mediale Fachlektüre, das tägliche Verfolgen überregionaler Medien oder das freie journalistische Arbeiten sowie Ausprobieren.

Insgesamt bekommen Sie hier sehr viel Praxis. Es muss an einer Hochschule aber auch Zeit sein (vor allem die) für Theorie, Lektüre, Reflexion und kritisch-konstruktive Diskurse. Vor allen denen müssen Sie sich in den Seminaren stellen – und es auch aushalten, wenn einmal etwas zu weit weg scheint, sich Sackgassen auftun oder Umwege nötig sind. Wir sind bestenfalls Entdeckungsorte und Diskursstellen ebenso wie Schmieden für die Praxis und Schulen für den Beruf – das aber nicht vordergründig, denn für die reine Schulung von Anwendungen sind Ausbildungsgänge, Berufsakademien und andere Modelle da.

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Schreiben

Etwas aufschreiben heißt, über die Klippe der eigenen Gedanken zu springen, ein Stück hinabzufliegen und auf dem papiernen Grund dann halbwegs gekonnt in einer Form zu landen, die den Vorgang sichtbar und erinnerbar macht.

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Warum wir kurzsichtiger werden: Bernhard Pörksen zum „Kollaps der Kontexte“

Kürzlich hat Bernhard Pörksen im Philosophischen Radio (WDR 5, bei 41: 40) ein wichtiges Stichwort gegeben zur digitalen Kommunikation: „Kollpas der Kontexte“. Er erkennt eine Abkopplung der Inhalte von ihren Umgebungen und Ursprüngen, eine möglicherweise fatale Verdichtung:

Kommunikation in digitaler Form lässt sich blitzschnell aus ihrer ursprünglichen Verwendungssituation herauslösen. Wir geraten durch die Geschwindigkeit, die Hektik, den Äußerungsdruck und den Reaktions- und Interaktionszwang zunehmend unter Druck, machen mal kleinere, mal größere Fehler und schicken unsere Botschaften zu schnell weg – vielleicht in die falschen Kanäle. Die Lästermail, die schnoddrig formulierte SMS – all dies zeigt: Das digitale Zeitalter ist auch das Zeitalter der permanent produzierten Missverständnisse, weil unseren Kommunikationsangeboten, ich nenne es jetzt einmal so allgemein, die Verankerung im Kontext zunehmend entzogen wird. Es gibt so etwas wie einen Kollaps der Kontexte.

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Kraniche über Darmstadt, näher als anderswo – ein kleines Wunder Out of Trautheim:

Wir sind an die Ostsee gefahren, auf den Darß, um sie vom Ausguck aus großer Nähe zu sehen. Das ist uns zweimal nicht gelungen, sie waren immer hunderte Meter weg, standen in der flachen Boddenbuch im Nebel, erhoben sich von dort in die aufkeimenden Wintersonnenstrahlen des frühen Morgens oder kamen im Fahlrot des Abends über die Felder hereingeschwebt, um in der Bucht wieder zu übernachten. Sicher, es waren Hunderte in der Luft und Tausende im flachen Wasser. Ich hätte aber nie gedacht, dass ich später, heute, die schönsten Blicke auf Kraniche direkt über Darmstadt haben würde. Das war heute Morgen gegen 10.30. Da sind 80 Kraniche in drei großen V-Formationen  über das Martinsviertel gezogen; sie sangen dabei laut ihre trompetenden, blechernen Melodien des weitens Reisens. Es war ein besonderer Moment, so wie Tage mit großen Vögeln in klarer Luft immer etwas zu bedeuten haben. Hier, an diesem eher ungewöhnlichen Vogelort und so normalen Durchgangsort, vermute ich nochmal mehr. Dann ist mir noch aufgefallen, das im Teeladen auf dem Riegerplatz ein spanischer Wein steht, der Kraniche im Titel führt. Sie waren dann auch auf der Erde, was eine gute Abrundung hergab.

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Schilf- und Nebelmorgen in Trautheim

In der Senke, wo kein Haus hin kann. Es ist zu feucht. Dort ist die Grenze, hoffe ich.

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Gedichtband “Schmallert”

Hier geht es zu meinem Gedichtband “Schmallert” (Verlag Heinevetter, Lübeck). Erschienen 2012 mit Versen von 1995 bis dahin.

viel Spaß beim Lesen!

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Handy und Fjäll – warum junge offenbar Norweger seltener loslaufen

Auf einer Wanderung durch den Wald bei Oslo, es wird dunkel. Es ist kalt, eisig, leise. Jeder muss auf den Boden schauen, um nicht auf der Eisdecke auszurutschen. Erst war die Rede davon, welche Outdoorkultur immer noch in Norwegen herrscht, wie oft die Leute in ihre Hütten gehen. Dann haben wir viel über Facebook geredet. Und dann sagte die Studentin, das sie keine zwei Tage mehr „disconnected“ sein kann. Es ginge einfach nicht. Eine andere stimmte ein, sie würde zu viel verpassen. Was?, fragte ich. Job-Angebote, Konzerticket. Und deshalb, weil junge Norweger nicht mehr disconnected sein könnten, gingen sie nicht mehr so oft raus. Kaum einer mache es mehr, Eltern, Großeltern – ja, die schon. „Im Gebirge hast Du keinen Empfang, also gehst Du nicht hin“. Eine Stunde später: „Wie viel öfter wir das machen müssten, nach der Uni einfach mal raus“. Sie habe jetzt runterkommen können, hätte neue Ideen gefunden. Wald, das sei essentiell. 15 min später: Alle sitzten in der U-Bahn, Schweigen, connected.

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Walreportage, Fischanalyse – meine letzten Texte (merian, faz)

Hier verlink ich kurz meine beiden letzten Texte aus diesem Sommer und Herbst:

FAZ, Fischerei: Aus diesem Netz gibt es kein EntrinnenDie Fischereireform der Europäer begann zu greifen, da droht sie schon wieder zu scheitern: Die jungen Fische werden weiter nicht geschont

MERIAN.De: Walsafari - Pottwale erheben sich wie eine Insel aus dem Meer, wenn sie minutenlang Luft holen. Dann schießen sie hinab bis in 1000 Meter Tiefe, wo sie Tintenfische suchen. Auf den norwegischen Vesterålen-Inseln sind die Kolosse immer da – garantiert der Anbieter der Walsafaris. Eine Überprüfung.

 

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Out-of-Trautheim: Gewittergänse am Oberfeld

Out of Trautheim lag kürzlich am Oberfeld, dem malerischen Flecken Acker in Darmstadts Osten, um den sich eine modellhafte Bio-Landwirtschaft aufgebaut hat mit allem, was dazu gehört. Auch mit Gänsen, die bis zu ihrer Schlachtung an St. Martin auf der Weide stehen und in diesem Fall mit ihrem astreinen Weiß einen scharfen Kontrast bilden zum grau-schroffen Herbsthimmel, den irgendwer vor uns angezündet und mit vielen Wolken versehen hatte. Das Oberfeld ist wohl das beste Wolkenschaufenster hier, da es eine Weite hat, die man in DA sonst seltener findet. Und das Feld hat Geschichte und Geschichten, zu lesen etwa in “Roman von einem Feld” von Katja Behrens.

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Zwischenhand

Hand dazwischen
zur Lösung der
Digitalfalle
Auswahlqual
Hatzhetze
Suchenmühen
Fundfehler
der gesamten
Samtlosigkeit
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Weiterbildungen in den vergangenen Jahren

  • nature writing-Kurs bei Robert MacFarlane, Helen MacDonald u.a./Literaturhaus München
  • Beginn einer Ausbildung zum Wildnispädagogen, Start Oktober 2018
  • Recherchekurse (u.a. Social Media) bei der Henri-Nannen-Schule (Ulf Grüner, Manfred Redelfs)
  • Zeit und Achtsamkeit, Benediktushof Holzkirchen (Prof. Dr. Claus Eurich)
  • Führung, Rollen- und Zeitmanagement (Wengel + Hipp, Institut für systemische Organisations- und Karriereberatung, Frankfurt)
  • Achtsamkeitstraining/MBSR-Kurs bei Dr. Maren Franz/Hamburg
  • Survialkurs bei Wildnisschule Weltenwandler
  • Kräuterausbildung bei Daniela Wolff, Hamburg
  • Rheinangeln bei Angelschule Michael Schlögl/Riedstadt
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Uferzonen – oder warum Südhessen in Wirklichkeit eine Insel ist

Ich begreife die drei Flüsse als Grenzen einer Region, wodurch eine Insel entsteht. Rhein, Main und Neckar müssen über Jahrtausende als natürliche Grenzen gewirkt und dabei tief eingeprägte kulturelle Muster hinterlassen haben. Ich weiß zu wenig über sie, aber die Vorstellung alleine, aus einer Insel heraus zu kommen, die von Flüssen gerahmt ist, treibt mich an: nach Heimat zu suchen und diese möglichen Muster aufzuspüren. In der Sprache, in den Städten, in den Geschichten des Landes.

Was mir nicht passt für meine Theorie ist die flussfreie, gut 30  Kilometer lange Strecke zwischen Miltenberg und Eberbach. Hier müssen umso mehr Nichtschwimmer in brückenfreien Zeiten hindurchgekommen sein, weshalb die Suche vor allem dort Sinn macht. Wer sich länger an den drei Ufern aufhält und ins Wasser sieht, versteht, warum Flüsse so wichtige Grenzen sind. Sie sind anziehende Grenzen. Die meisten stoßen ab, Flüsse sind daher in der Moderne grenzfremdelnd und doch die ältesten Grenzen die es gibt. Haben wir also ganz falsche Deutungen von Grenzen gelernt?

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