Wandelworte: Martin Voss, Soziologe

„In der Beschäftigung mit dem Klimawandel kommt etwas wieder, was uns seit der Aufklärung abhanden gekommen ist: das Gefühl, dass alles zusammenhängt. Der Klimawandel lässt uns wieder religiöser und mystischer werden.”

Dr. Martin Voss, Katastrophensoziologe, Kiel

Veröffentlicht unter Wandelworte | Hinterlasse einen Kommentar

Wandelworte: Karl Popper, Philosoph

„Aus meiner sozialistischen Jugendzeit habe ich viele Ideen und Ideale ins Alter gerettet. Insbesondere: Jeder Intellektuelle hat eine ganz besondere Verantwortung. Er hatte das Privileg und die Gelegenheit, zu studieren; dafür schuldet er es seinen Mitmenschen (oder „der Gesellschaft“), die Ergebnisse seiner Studien in der einfachsten und klarsten und verständlichsten Form darzustellen. Das Schlimmste – die Sünde gegen den heiligen Geist – ist, wenn die Intellektuellen versuchen, sich ihren Mitmenschen gegenüber als große Propheten aufzuspielen und sie mit orakelnden Philosophien zu beeindrucken. Wer`s nicht einfach und klar sagen kann, der soll schweigen und weiterarbeiten, bis er`s klar sagen kann. [...] Was ich oben die Sünde gegen den heiligen Geist genannt habe – die Anmaßung des dreiviertel Gebildeten -, das ist das Phrasendreschen, das Vorgeben einer Weisheit, die wir nicht besitzen. Das Kochrezept ist: Tautologien und Trivialitäten gewürzt mit paradoxem Unsinn. Ein anderes Kochrezept ist: Schreibe schwer verständlichen Schwulst und füge von Zeit zu Zeit Trivialitäten hinzu. Das schmeckt dem Leser, der geschmeichelt ist, in einem so ‚tiefen‘ Buch Gedanken zu finden, die er selbst schon mal gedacht hat.“ (Karl. R. Popper: Wider die großen Worte. Ein Plädoyer für intellektuelle Redlichkeit. ZEIT 24.9.1971)

Veröffentlicht unter Wandelworte | Hinterlasse einen Kommentar