Vergiftete Adler, erschossener Wolf – geht’s noch?

26. April 2012

Wolf, Biber, Luchs, Otter, Adler, Lachs – es kehren zwar wieder viele größere Wildtierarten nach Deutschland zurück, worüber sich medial gerne gefreut wird. Da bin ich auch mit von der Partie. Aber gleichzeitig bleibt die Angst bestehen vor den wilden Tieren. Und die Konkurrenzangst der Jäger. Jetzt ist ein Wolf im Westerwald erschossen worden. Und in Lübeck lagen zwei Seeadler vergiftet unter ihrem Nest. Geht’s noch?, kann man da nur fragen. Was treibt die Täter an? Was ist ihr Ziel? Als ich in der Eifel als Reporter arbeitete und der Luchs gerade zurück kam, das war so 2005/06, sprach ich mal mit einem Jäger, der mir auf die Frage nach einer möglichen Bedrohung allen Ernstes sagte, dass der Luchs eben eine natürlich Konkurrenz des jagenden Menschen sei und deshalb kritisch betrachtet werde. Es wurden damals auch zwei Luchskinder geboren. Irgendwann waren sie dann weg, samt Mutter. Es kann gut sein, dass irgendwer in Dunkelgrün abgedrückt hatte. Von solchen “Versehen” erzählten auch die Wildkatzen-Forscher, wenn es darum ging, wodurch die Tiere bedroht sind.

Naturverse 2: Lom, Norwegen

16. April 2012

Aus dem Tal von Lom im norwegischen Gebirge hinausgefahren…

Nach Lom

Was alles, nicht viel

Vorbeigefahren und nicht ausgestiegen

Gezogen mit den Herden

Verbrannt am Heißstrich

links von mir

 

Und vor uns

Inmitten der Waldtäler-Züge

Am Hochfluss des Morgens

Nur nie

Dort gewesen

 

Gesummt die Landschaft

Gedacht ihre Luft

Benommen aus

Solchem wankend

 

Zurück in Stadt und Kleben

Fuß vor Fuß

Tasten wieder

Diese Kleinschrittlängen

Und doch Fließen

Entdeckung auch hier

Bitte helfen! Eine der besten Klima- und Umweltseiten im Internet ist bedroht

13. April 2012

Der wirklich gute und einzigartige Online-Fachdienst Klimaretter.info steht vor dem Aus. Die Kollegen brauchen Hilfe – und schreiben:

Notbetrieb! Notbetrieb! Notbetrieb!

Liebe Leserinnen und Leser,

klimaretter.info ist in Not geraten, seit 1. April bekommen die Redakteure unseres Magazins kein Geld mehr. Daher können wir den Umfang unserer Berichterstattung nicht mehr in der gewohnten Breite aufrecht erhalten, sondern nur ein schmales Notprogramm anbieten. Ob es weiter mit dem Magazin zur Klima- und Energiewende geht, hängt nicht zuletzt von Ihnen ab.

Ausführlicher gibt es Informationen auf der Notbetrieb-Seite.

Naturverse 1: Lastlaube

10. April 2012

Ich nehme Landschaft und Natur manchmal in Versform später nochmal neu wahr. Hier geht es um den Wald, der am Zugfenster vorbei zieht:

Lastlaube

Es ist die grüne Wand
Randwald am Gleis
In der Mattsonne des Landes

Nichts schluckt
mehr Worte
Wie Orte ohne Kratzen und Schwert

Liegen nebenan
Strecken sich
Nicht brechend im Schleiersein

Entachten
Sind eben dies
Kein Zumal
Zuvorderst nicht

Randwälder der Gleise

Kommentar zum Umweltrecherche-Dossier: www.natursoziologie.de

04. April 2012

Dr. Rainer Brämer schreibt:

“Sammelsurium” mag die Sache vor zwei Jahren getroffen haben – da befand sich www.natursoziologie.de noch in den Anfängen, während die Themen von www.wanderforschung.de und deren praktische Anwendung in Form der Schaffung einer neuen Gattung von Spitzenwanderwegen alle Kräfte in Anspruch nahmen. Mittlerweile sind die Wanderforschungs-Themen so weit vorangetrieben, dass sie erste Nachahmer-Studien provoziert haben. Premiumwege gibt es zu Hunderten in ganz Deutschland, und sie werden begeistert vom Publikum angenommen, weil sie ganz offensichtlich (und ja auch gezielt) ein weit verbreitetes Bedürfnis nach Naturkontakten im Sinne eines entlastenden Psychotops aufgreifen.

Von daher ist endlich Zeit und Raum für das übergreifendere Thema “Natur im Alltag”. Subthema um Subthema wird ausgebaut, zuletzt Naturwissen und Naturerfahrung, derzeit stelle ich Daten zum Thema Naturschutz zusammen. All das ist nicht zuletzt deshalb so faszinierend, weil dieses an sich große Feld noch weitgehend unbeackert ist und  – wie schon zuvor beim Wandern – aus den empirischen Daten ein ganz anderes Bild entsteht als das der einschlägigen Klischees, Medien und Umweltprofis.

Derzeit wird das Thema Umwelt in der öffentlichen Kommunikation noch weitgehend auf der  technisch-industriellen Ebene abgehandelt, wo sich Objekte und Subjekte wie in den Naturwissenschaften scharf getrennt gegenüberstehen. Tatsächlich ist unser alltägliches Naturverhältnis sehr viel integrativer angelegt. Natur und Mensch sind nicht zu trennen, und das gilt selbst auf der begrifflichen Ebene.

Jeder neue Wissenschaftszweig beginnt mit losen Einsichten, dann kommt ein Sammelsurium von irgendwie spannenden Befunden. Im Moment versuche ich, darüber hinauszukommen – leider immer noch weitgehend als Einzelgänger. Natursoziologie ist eigentlich eine Unterdisziplin der Umweltsoziologie, die sich aber bis heute nicht von der wissenschaftlich- technisch geprägten Perspektive der Trennung von Mensch und Natur hat emanzipieren können.

Die Angst vor dem Klimawandel sinkt – obwohl das Wissen steigt

30. März 2012

Mitarbeiter des Hamburger Climate Service Centres haben eine Studie zur öffentlichen Wahrnehmung des Klimawandels in Europa, den USA und weiteren Ländern zusammengefasst. Die Menschen sind weniger besorgt als früher – aus ganz konkreten Gründen. Hier der Auszug:

Obgleich der wissenschaftliche Kenntnisstand zum Klimawandel und seinen Folgen stetig wächst, hat das Thema aus Sicht vieler Menschen an Bedeutung verloren. Ein Paper ist jetzt der Frage nachgegangen, wie sich die Wahrnehmung des Themas in den letzten Jahren verändert hat und sich weiter entwickeln wird. So zeigt eine jährliche Befragung Hamburger Bürger, dass 2011 nur 44% den Klimawandel als „sehr ernste“ oder „ernste“ Bedrohung ansahen, während dies drei Jahre zuvor noch 63% taten. Ein ähnliches Bild präsentiert sich in der Europäischen Union, in Kanada, Aus- tralien, Neuseeland und den USA. Überall in der westlichen Welt scheint das Thema an Bedeutung verloren zu haben bzw. werden seine Folgen von der Bevölkerung zunehmend als weniger ernst eingestuft. Als Gründe führen die Autor- en politische Ereignisse wie Climategate, das Scheitern der Klimaschutzverhandlungen in Kopenhagen oder auch den Einfluss des Wetters an. Gleichzeitig weisen sie auf ein Paradox hin. So sei die Sorge in den USA bereits sehr hoch gewesen, als sich die Wissenschaft selbst noch relativ unsicher und auch die mediale Berichterstattung noch geringer war als in den letzten zehn Jahren. Die Autoren gehen deshalb davon aus, dass sich die öffentliche Wahrnehmung des Klimawandels zukünftig vom wissenschaftlichen Kenntnisstand wie auch von der medialen Berichterstattung ab- koppeln könnte.

Ich baue mir mein grünes Berlin – ein virtuelles Umweltspiel

28. März 2012
Die Idee, aus dem Impuls für (Um)welt-Veränderung im Kleinen einfach mal ein virtuelles Spiel zu machen, ist genial, scheint aber bisher recht selten umgesetzt zu werden. Mich hat Sebastian Krug vom Kieler Geomar-Institut, der selbst mit „Wähl-Dein-Klima“ ein spannendes Projekt vor hat, auf das Spiel „2° für den Klimaschutz – Modellstadt Berlin“ aufmerksam gemacht, dessen Ansatz erst einmal überzeugt – weil es eine direkte Verbindung zu realen Welt hat und dort Umweltprojekte anschieben will. Noch steht das Spiel ganz am Anfang. Darum geht es:

Spielend können User ihre Vision von einer nachhaltigen und „grünen“ Stadt/Region ausleben und ihre Modellstadt oder -region kreieren: Jeder Spieler startet mit einem Betrag an grüner Währung / virtueller Spielwährung, mit dem er Items kaufen kann (umweltfreundliche, klimaschonende und energiesparende Technologien und Geräte wie z.B. klimaschonende Fortbewegungsmittel, Fahrradwege, Null-Energiehäuser, Grünflächen, Solarmodule usw.)

Der Gamer erspielt sich im Laufe des Spiels grüne Währung und spart virtuelles CO2 ein. Die Spieler entscheiden dann, für welche Spendenaktion oder welches Umweltschutzprojekt eines Unternehmens sie ihre Währung einsetzen wollen. Die dann in der Realität umgesetzten Aktionen werden allen Usern präsentiert. Die eingesetzte grüne Währung ist verbraucht und der Spieler kann weiter spielen, wenn er weitere Spendenaktionen unterstützen möchte. Es werden mehrere reale Projekte mit diesem Spiel verknüpft.

Grüne Schatzkiste: ein Verlag mit reinem Öko-Programm

26. März 2012
Immer wieder lande ich ungewollt auf den Seiten dieses Verlages. Die Bücher von Oekom sind einfach inspirierend, hier findet sich zu allen grünen Themen Sachliteratur, aber auch Romane, Erzählungen und vor allem politische Bücher. Es macht einfach Spaß, sich durch das Angebot zu klicken, auch um zu sehen, was gerade überall in dem breiten Spektrum so gedacht und geschrieben wird.

Kostenfreies Seminar: Nachhaltigkeit für Journalisten

06. März 2012

Grüne Themen haben die Agenda erobert, Medien ihre Berichterstattung über Umwelt und Nachhaltigkeit ausgeweitet – sei es mit neuen Sendungen, Serien, Sonderseiten oder ganzen Magazinen. Damit steigt der Bedarf für Journalisten, neues Sachwissen zu gewinnen und die besten Recherchequellen kennenzulernen -  ebenso wie den grünen Medienmarkt, seine Anbieter, Schauplätze und Spielregeln. Entsprechende Weiterbildungen fehlen aber.

Das Seminar „Nachhaltigkeit für Journalisten“ der Stiftung Forum für Verantwortung macht am 8. /9. Juni in der Europäischen Akademie Otzenhausen (Saarland) Nachhaltigkeit und Journalismus-Programm Renommierte Forscher wie Hartmut Graßl und Harald Welzer führen in die Themen Klimawandel und sozialen Wandel ein. Stiftungsvorstand Klaus Wiegandt, Ex-Vorstandsprecher der Metro-AG, beleuchtet die ökonomische Seite der Nachhaltigen Entwicklung.

Bernhard Pötter, bekannter Umweltjournalist der taz und Bauchautor, bereitet die Teilnehmer gezielt auf den Gipfel Rio 20+ vor, der ab dem 21.6. das 20-jähirge Jubiläum des Erdgipfels von 1992 feiert – und damit dem Thema Nachhaltigkeit eine ganz konkrete Aktualität gibt. Daneben stehen Recherche-Strategien, Quellenkunde, Themenfindung und Textanalysen auf dem Plan.

Mehr unter www.forum-fuer-verantwortung.de. Das Seminar ist kostenfrei. Auch die Übernachtungen werden gestellt. Teilnehmer müssen nur die Anfahrt selbst tragen. Anmeldungen bitte unter “Nachhaltigkeit für Journalisten” bei Frau Hamm, hamm@eao-otzenhausen.de, Tel. 06873-662266

Grüne Spurensuche in der Kindheit (Eigentext)

29. Februar 2012

Was begeistert Kinder an der Natur? Wie sehen sie sie, wer lässt sie sehen? Für die Suche nach Antworten hat sich unser Autor auf eine Reise in die eigene Kindheit begeben. Mehr bei der Deutschen Welle

Was ist guter Radio-Journalismus? Eine Protest-Definition

26. Februar 2012

Der WDR streicht die politischen Anteil seiner Radio-Wellen zusammen, wogegen sich Journalisten unter www.die-radioretter.de wehren und einen Protestbrief an Intendantin Monika Piel verfasst haben. Darin finden sich fünf Punkte wieder, die, verallgemeinert,  generell guten Radiojournalismus ausmachen könnten:

1. Das Kulturradio muss dem Hörer zugewandt sein; es darf ihn nicht unterfordern oder ruhig stellen, es muss sein Interesse wecken und Zusammenhänge wie ungewöhnliche Perspektiven vermitteln. Das Kulturradio füllt einen umfassenden Kulturbegriff mit Leben.

2. Das Kulturradio muss dabei den Gegenstand seiner Berichterstattung und Reflexion ernst nehmen und sich auf die Komplexität der Gegenstände einlassen. Das erfordert kompetente Autoren und Redakteure, aber auch die Verteidigung der entsprechenden Sendeplätze

3. Das Kulturradio muss Anstöße geben. Es vermittelt Kultur, produziert Kultur und ist ein Teil der Kultur. Dazu gehören Konflikt, Streit, Brisanz. Es kann nicht nur Service bieten, denn Kunst, Literatur, Theater, Musik und Wissenschaft sind mehr als nur Konsumgüter. Rezension und Kritik begleiten die kulturelle Entwicklung und treiben sie voran.

4. Das Kulturradio orientiert über Probleme auch der Gegenwart und Zukunft, zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Es ist ein Gegenwartsmedium. Die Beschränkung der Politik auf stündliche Nachrichten ist unzureichend

5. Das Kulturradio öffnet besondere Perspektiven auf die Politik: Das erfordert Sendeplätze für lokale und globale Berichterstattung, für Analyse und Kommentar. Deshalb unterhält der öffentlich-rechtliche Rundfunk sein Korrespondentennetz. Er überlässt die politische Meinungsbildung nicht nationalen und internationalen Medienkonzernen.

Serie Green Quotes: Rainer Brämer

23. Februar 2012

Derzeit wird das Thema Umwelt in der öffentlichen Kommunikation noch weitgehend auf der technisch-industriellen Ebene abgehandelt, wo sich Objekte und Subjekte wie in den Naturwissenschaften scharf getrennt gegenüberstehen. Tatsächlich ist unser alltägliches Naturverhältnis sehr viel integrativer angelegt. Natur und Mensch sind nicht zu trennen, und das gilt selbst auf der begrifflichen Ebene.

Jeder neue Wissenschaftszweig beginnt mit losen Einsichten, dann kommt ein Sammelsurium von irgendwie spannenden Befunden. Im Moment versuche ich, darüber hinauszukommen – leider immer noch weitgehend als Einzelgänger. Natursoziologie ist eigentlich eine Unterdisziplin der Umweltsoziologie, die sich aber bis heute nicht von der wissenschaftlich- technisch geprägten Perspektive der Trennung von Mensch und Natur hat emanzipieren können.

Dr. Rainer Brämer, Natursoziologe

Europafondus

13. Februar 2012

Nicht ganz neu, aber gerne mal übersehen: Die Bundeszentrale für politische Bildung hat einen wahren Datenschatz zur EU parat. Für Hintergründe einfach gut. Auch die Publikationen sind sehr vielfältig.

Streit um den Riesendamm

10. Februar 2012

Umweltschützer kritisieren Alaskas Pläne für den achtgrößten Staudamm der Welt (Eigentext auf GEO.de)

Serie Green Quotes: Roland Tichy

06. Februar 2012

Vorbei die Zeit, als der Umweltschutz die Lebensmaxime einer zahlenmäßig kleinen Gruppe von Überzeugungstätern war. Vorbei auch die Zeit, als die politische Klasse ihre Ökoüberzeugung in Form von Erziehungsversuchen wie der Ökosteuer in die Bevölkerung hineinprügeln und sie zum Konsumverzicht zwingen konnte. Mittlerweile hat sich die Marke Ökologie von der lust- und konsumfeindlichen Verzichts- und Erziehungsideologie verabschiedet: Sie ist fest im Bewusstsein immer größerer und kaufkräftigerer Konsumentengruppen verankert.

Diese Konsumenten wollen ökologisch vertretbare Produkte, die es ihnen sowohl ermöglichen, ihre gewohnte Lebensweise, Mobilität und Konsumverhalten fortzuführen als auch ihr grünes Gewissen zu bewahren. Ob Autos, Dienstleistungen, Strom oder Unterhaltungselektronik – die modernen Konsumenten verlangen immer, dass der Klimaschutz in den Produkten vorweggenommen oder eingebaut wird. Die Leistung darf nichts kosten und weder Komfort noch Convenience beeinträchtigen. Viele Unternehmen versuchen, dieser Herausforderung mit „green-washing“ zu begegnen, also mit einem „So-tun-als-ob“. Das wird nicht gelingen. Die Konsumenten werden immer kritischer und es wächst ihr Wissen, mit dem sie die Tricks durchschauen.

Roland Tichy, Wirtschaftswoche

 

 

Umweltjournalismus – ein erstes Studienangebot in Deutschland

26. Januar 2012
In den USA gibt es fast 30 Modelle für arbeitende und angehende Journalisten, sich zu Umwelt und Nachhaltigkeit aus- oder fortzubilden. In Deutschland gab es bisher kein einziges Programm, weder an Hochschulen noch an Akademien. Das wird sich im Herbst 2012 ändern: Die Universität Lüneburg bietet ausgehend vom Institut für Umweltkommunikation für Journalisten mit Studienabschluss und ersten Berufserfahrungen das zweisemestrige Zertifikatsprogramm „Nachhaltigkeit und Journalismus“ an.

Es wird darin um Themen wie Nachhaltigkeits- und Umweltpolitik, grüne Ethik, Umweltbewusstsein und insbesondere auch um die wirtschaftlichen Aspekte des Trendthemas Nachhaltigkeit gehen. Grüne Themen sind – als Reaktion auf die gleiche Entwicklung in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – auch medial in den vergangenen Jahren viel wichtiger geworden. Die mediale Bildungslandschaft hat aber nicht reagiert, jetzt wird ein Anfang gemacht. Bewusst geht es um Nachhaltigkeit – und damit auch darum, den journalistischen Blick auf ökologische Themen um soziale und ökonomische Sichtweisen zu erweitern.

Neben wissenschaftlichen Hintergründen zu Risikokommunikation, Umweltkommunikation und Umweltjournalismus steht viel journalistische Praxis auf dem Plan: von Stilistik über Stilformen bis zu Recherche und Interviewtraining. Weitere aktuelle Hintergründe finden sich ab dem Frühjahr auf den Seiten der Universität Lüneburg und auf dem Blog www.euroreporter.de, da wir mit DASUmweltinstitut an dem Projekt beteiligt sind.

Buddhistische Zugänge zu Umwelt und Nachhaltigkeit – selten aber gehaltvoll

12. Januar 2012

Ich habe mich in den vergangenen Jahren durch einige buddhistische Werke gekämpft, vor allem Dalai Lama-Bücher, deren kluge Botschaften sich allerdings irgendwann etwas wiederholen. Immer dacht ich, dass es doch auch Verbindungen zum ökologischen Denken geben müsste, da die buddhistische Philosophie so viele Ansätze dafür bereit hält: Jedes Lebewesen ehren, die Lehre der gegenseitigen Abhängigkeit und des bedingten Entstehens, ja selbst die Wiedergeburt, wenn man sie im klassischen Sinne begreift. Dennoch habe ich keine Texte gefunden, die explizit zu Umweltschutz und grünem Denken Bezug nehmen. Bis ich auf die Seite „Buddhanetz“ gestoßen bin, wo zahlreiche Texte versammelt sind. Darunter auch Thesen von Thich Nhat Hanh, der in seinen Büchern durchaus hie und da bewusst den Bezug der Lehre zur Ökologie herstellt. Viel Spaß beim Lesen!

Eine globale Zeremonie: Schamanen warnen vor dem Klimawandel

08. Januar 2012

Ich habe gerade einen Bildband gelesen, der mich beeindruckt hat – nicht unbedingt wegen der Bilder sondern der Botschaft, die das Projekt aussendet, um das es geht: 2009 trafen sich Schamanen und Heiler aus aller Welt, um nach langer Zeit in Grönland wieder ein heiliges Feuer zu entfachen und damit auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen, unter denen die indigenen Völker besonders leiden. Das Buch stellt verschiedene Schamanen aus Afrika, Neuseeland, Kanada, den USA, Brasilien und Russland vor – und lässt sie von ihren Visionen und Überzeugungen berichten. Auch Jane Goodall nahm an der Zeremonie teil. Der Band erinnert insgesamt daran, dass altes Wissen von kundigen Beobachtern verloren geht oder kaum gehört wird. Und dass es lohnt, hinzuhören, wenn Naturvölker und ihre Boten von bedrohter Natur sprechen. Und wie es gelingen kann, den Bedrohungen entgegenzutreten. Das Buch heißt „Heiliges Feuer – Schamanen und Älteste der Welt“ und ist von Angela Babel und Sven Nieder verfasst.

‘Wir brauchen wandernde Schutzgebiete’ (Eigentext, Deutsche Welle)

21. Dezember 2011

Volker Homes, Artenschutzleiter beim WWF Deutschland, erklärt im Gespräch mit Global Ideas, wie sich Afrikas Nationalparks dem Klimawandel anpassen müssen, um Menschenaffen besser zu schützen.

Große grüne Fundgrube: Das Lexikon der Nachhaltigkeit

20. Dezember 2011

Die Aachener Stiftung Kathy Beys betreibt eine wertvolle Fundgrube für grünes Wissen: Im stets aktuell gehaltenen Lexikon der Nachhaltigkeit findet sich äußerst vieles – von dänischen Nachhaltigkeitsindikatoren bis hin zur Thüringer Agenda 21. Ich kenne kein vergleichbares Online-Nachschlagewerk zu diesem großen Themenkreis. Es hilft allen, die sich für Fragen des nachhaltigen Lebens interessieren – und darüber hinaus.