Wandelworte (Hans Jonas)

12. Juli 2014

Daß unser irgendwo einmal im All aufgefangenes Signal keine Todesanzeige sei, damit haben wir alle Hände voll zu tun. Kümmern wir uns um unsere Erde. Was immer es draußen geben mag, hier entscheidet sich unser Schicksal und mit ihm so viel vom Schöpfungswagnis, wie an diesen Ort geknöpft, in unsere Hände geraten ist, von uns betreut oder verraten werden kann. Sorgen wir uns darum, als ob wir in der Tat einzig wären im All. (Hans Jonas)

 Geist, Natur und Schöpfung. Kosmologischer Befund und kosmogonische Vermutung. In: Hans-Peter Dürr/ Walter Ch. Zimmerli (Hg.), Geist und Natur. Über den Widerspruch zwischen naturwissenschaftlicher Erkenntnis und philosophischer Welterfahrung, München: Scherz 1989, S. 61- 77.

 

Waldgänge (1)

26. April 2014

Es ist der Wald hier gleich an der Straße, wenige Schritte von uns, nur nicht am großen Weg sondern entlang eines versteckten Pfads, seine Ränder sind durchwühlt von Wildschweinen, die Kuhlen und Löcher schlagen. Kaum eine Stelle ist unberührt. Daneben fast lückenlose Bodenteppiche von Scharbockskraut, das einst gegen Skorbut half seines Vitamingehalts wegen. Der Förster hat beschlossen, den Wald hier am Rande der Straße nach Dieburg sich selbst zu überlassen. Deshalb gleiten wir mit jedem Schritt weiter hinein in eine andere Sphäre. Hier ist kein aufgeräumter Forst oder schöner Mischwald. Hier ist Wildnis. Hier tobt das frühe Jahr in Stille und Schönheit, erreichen uns Würde und Aufbruch. Alte Stämme liegen tot in den Scharbockskrautteppichen, willkürlich verteilt und so in guter Ordnung. Sie leben, sind voller Moose, schimmern in Hellgrün und dunkleren Tönen durch den feuchten Wald. Dann das Fastsmaragd der jungen Buchen, die Farbe, die sie nur jetzt haben bis in den Mai hinein. Und die dampfende Stille. Der Wald dampft leicht, der Morgen ist fast vorbei, er ist ein lichternes Dunkel, ein Grünbad, das hinten als zarte Wand endet, eine, die Fragen stellt, was nach ihr kommt. Doch jetzt stehen wir nur und schauen auf alles.

Das neue Portal Gruener-Journalismus.de: Ideenforum, Werkzeugkasten und Recherchehilfe

27. Januar 2014

Nachhaltigkeits- und Umweltthemen erlangen zunehmend an Bedeutung. Nicht zuletzt aufgrund ihrer Komplexität stellen sie hohe Anforderungen an Journalistinnen und Journalisten. Die Tatsache, dass der Begriff “Nachhaltigkeit” zudem überstrapaziert verwendet wird, erschwert die Fachdebatte zusätzlich.

Das neue gemeinnützige Portal Gruener-Journalismus.de will Journalistinnen und Journalisten bei der Durchdringung solch relevanter Zukunftsthemen unterstützen und zu dessen zentraler Anlaufstelle werden. Als Forum, Rechercheportal und Ideengeber. Ob neue journalistische Darstellungsansätze, relevante Quellen, Experten, Aus- und Weiterbildungsangebote, Forschungsprojekte, Studien oder Fachdebatten – über all das will das Portal informieren.

In Einzeldossiers widmet sich Gruener-Journalismus.de zunächst den Themen Energie, Mobilität und Fischerei. Weitere Dossiers zu Feldern wie Klimawandel, Ernährung, Biodiversität, nachhaltige Wirtschaft oder Zeit sind im Aufbau. Unterstützt wird das Portal, welches durch ein Team des Instituts für Kommunikation und Medien (ikum) der Hochschule Darmstadt betrieben wird, durch einen profilierten Beirat.

Acht Thesen zur Auslandsberichterstattung

04. Dezember 2013

Antrittsvorlesung am Mediencampus Dieburg, 4.12.2013.

1. Der Verlust von Rechercheressourcen in der Auslandsberichterstattung birgt die Gefahr einer diskursiven Provinzialisierung. Da gleichzeitig globale Vernetzung und Kooperation sowie der Bedarf danach stetig zugenommen haben, ist eine bedenkliche Schieflage entstanden. Die Internationalität nimmt zu, die Zahl ihrer professionellen Beobachter nimmt ab.

2. Die Bedeutung von Auslandsrecherchen steigt weiter, da die kommenden großen Metathemen internationalen Charakter haben: Finanzmärkte, Migration, asiatische Märkte, Ernährung, Energieressourcen, Mobilität, Klimawandel, Flächenverbrauch/Landbesitz.

3. Wir erleben eine sichtbare, oft aber auch unterschwellige Ressourcen- und damit auch Machtverschiebung in der gesellschaftlichen Kommunikation: hin zu Institutionen und ihrer Pressearbeit und weg vom Journalismus und seiner Recherche. Die unabhängige und kritische Beobachtung politischer und wirtschaftlicher Vorgänge wird durch die Finanz- und Strukturkrise des Journalismus gefährdet. Letztlich steht ein grundlegender Demokratiefaktor, die kritische, von Recherche getragene Öffentlichkeit, auf dem Spiel.

4. Internationale Perspektiven sollten in möglichst viele Rechercheprozesse einfließen. Voraussetzung dafür ist eine entsprechende internationalisierte journalistische Ausbildung im Allgemein sowie – aus europäischer Sicht – im Besonderen die feste Verankerung von europäischen Inhalten in die Programme an Hochschulen, Journalistenschulen und bei Volontariaten.  Da Auslandsrecherchen auch zunehmend von zu Hause aus geschehen, müssen Ausbilder die redaktionellen Kompetenzen dafür gezielt stärken, d.h. unter anderem Quellenkunde, Austauschprogramme, Fremdsprachenfertigkeiten und kollegiale Vernetzungen fördern.

5. Die Kompetenzentwicklung bedeutet auch, neben der umfassenden und nötigen Technisierung der journalistischen Ausbildung weiterhin, und noch stärker als bisher, gesellschaftspolitische und ökonomische Inhalte zu lehren. Derlei Wissenshintergründe verbessern die journalistischen Möglichkeiten, Chancen des globalen Lernens und der interkulturellen Kommunikation kompetent sowie interdisziplinär aufzuzeigen.

6. Die Rückgewinnung verlorener Rechercheressourcen kann nur durch eine Verbesserung des ökonomischen Handlungsrahmens gelingen. Nötig sind daher auch hierzulande Formen öffentlicher Pressefinanzierung; das schwedische Modell könnte ein Vorbild sein.

7. Soziale Netzwerke selbst sind nicht der Grund für gesellschaftliche Mobilisierung. Sie sind jedoch ein wichtiges Werkzeug, das die eigentliche Anlässen erstmals öffentlich machen kann. Zudem sind sie ein wertvolles und journalistisch noch unterschätztes Hilfsmittel für Auslandsrecherchen. Facebook oder Twitter sind aber nicht in der Lage, Auslandsrecherche durch Korrespondenten zu ersetzen, da diese auf einzigartige Weise Leistungen wie Selektion, Interpretation und Verifikation der Vor-Ort-Informationen leisten.

 8. Zivilisatorische Errungenschaften wie Völkerverständigung, internationale sowie europäische Kooperation oder auch das Konzept der Nachhaltigkeit sind Teil einer aufgeklärten journalistischen Haltung. Als diskursoffener Beurteilungsrahmen schafft sie journalistische Glaubwürdigkeit und ist Grundlage für eine kontinuierliche Ausübung der Kritik- und Kontrollfunktion. Gerade in Zeiten eines Erstarkens rechtspopulistischer sowie rechtsradikaler Parteien in ganz Europa sollte der Journalismus seiner demokratischen Erinnerungsfunktion nachkommen und diese Entwicklung kritisch begleiten.

Wenn Griechenlands Journalisten erzählen

30. November 2013

Informationen können wie Nadeln sein, dann, wenn sie stechen, unerwartet angreifen oder kleine Erinnerungswunden schlagen. Diese haben die Berichte der griechischen Journalistenkollegen hinterlassen, auf einer Podiumsdiskussion in Thessaloniki, auf der ich am vergangenen Woche als Redner auf Einladung der Europäischen Akademie Berlin und des Auswärtigen Amtes eingeladen war.

Es waren nur zwei kurze Tage, aber der Einblick in das Land und seine journalistische Lage war ungleich tiefer, gefühlt viel länger. Sorgenvoll und bestürzt über die Lage der Presse und die der Kollegen bin ich abgereist, ohne gute Antworten, Lösungsideen, Tipps. Es sind Wortfetzen, die ich erinnere, kleine Abschiedsstimmungen, traurige Meldungen.

„500 Journalisten früher, in der Region, nun 100. Sender kaputt, Radios geschlossen, Zeitungen ausgedünnt.“

Was sollen wir tun? Die Kollegen, die gefeuert wurden, machen jetzt Blogs, überall erscheinen Blogs. Wie soll ich meine Zeitung da noch retten? Sagen Sie mir, wie finanziere ich da die Zeitung? Und unsere Website?

„Wir können nicht noch schneller, noch mehr aufeinmal. Wir sind über den Grenzen. Das ist kein Journalismus mehr.“

„Ich bin entlassen worden, war beim staatlichen Rundfunk, nach all den Jahren. Jetzt denke ich an die Studienzeiten zurück, was kann ich daraus machen, nun? Vielleicht noch ein Master?. Aber Germanistik? Gibt es da Lehraufträge für Journalisten?“

„Und der Journalismus? Weg hier“

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Ein Nachhal(l)tigkeitsgedicht

25. November 2013

Wenn man sich zu sehr mit nachhaltiger Entwicklung beschäftigt, steht man irgendswann vielleicht auch mal lautmalerisch vor dem Konstrukt und versucht, so dahinter zu kommen.

 

Nachha(l)ltigkeit

 

Ist der Hall des Wortes

in Anhalt und

bei einem Halt nach Halle

stärker als

bei einem Halt danach?

 

Und wer hält

die Haltlosigkeit denn

nachher

nachträglich

nach?

 

Bevor das Hallenwort

im Nachspann

ganz verstummt und dann

nachts nur noch

seine Agenten

das Licht darinnen sehen

 

Zeitlose Themen anbinden, aber wie?

21. November 2013

Und nochmal hier ein Kondensat aus der journalistischen Lehre. Wie kann ich zeitlosere Themen an irgendeine Form von Aktualität anbinden? – eine häufige Frage in unseren Recherchekursen hier an der h da. Ein erster Entwurf kam gestern zusammen. Es geht letztlich um die Kunst, Anlässe zu suchen oder schaffen. Andocken lässt sich womöglich an…

  • Studien, Pressemeldungen, Nachrichten von Fachverbänden
  • die aktuelle Mediendebatte
  • aktuelle Filme, Theaterstücke
  • aktuelle Bücher/Fachbücher
  • die Jahreszeit (Bräuche, Weihnachten, Winter mit Krankheiten)
  • Jubiläen?
  • Jahrestage?
  • Neues aus dem Ausland
  • die Situation auf Landesebene oder die kommunaler Ebene (häufig machbar)
  • verschwiegene Aspekte? Widersprüche? Konflikte?
  • eine neue Perspektive (Betroffene, Verbraucher, Wissenschaft, Politik, Unternehmen)

Züge als Themenfundgrube und Stimmungswaschmaschinen

08. November 2013

Ich fahre viel Zug, was für die Themenfindung gut ist, weil ich höre, was Ingenieure, Bänker, Handwerker, Opernsänger oder andere Spezies so denken. Manchmal entsteht bei den Blicken aus dem Zugfenster, oder auch in den Raum dazwischen, eine  eigene Stimmung, die am äußersten Rande des normalen entsprechenden Barometers steht und sich daher nur mit Worfetzen skizzieren lässt. Etwa so:

Driftwärts (ICE)

An schalen Ufern – Züge grauen Wassers – schon gelbes Gras – Lufthauch kalt

Morgenfeucht – Rufe von weit her – Land bis zum Augenende- niemand hört

Laub und Acker- karges Holz und Lichterflucht

Stehend reisen – vor alledem – es setzt sich – zieht herunter

Sitzend sehen – voller Landschaften

Checkliste zur journalistischen Themenfindung

05. November 2013

Wir beschätigen uns in den Seminaren an der Hochschule Darmstadt auch stark mit der Themenfindung. Folgende Reifeprüfung kann da helfen:

1. Sie haben zwei Möglichkeiten der Begründung: Aktueller Anlass (Studie, Pressekonferenz etc.) oder ein latent aktuelles Thema, dessen Relevanz sie erkennen und begründen müssen. Es ist gut, darauf zu verweisen, dass es unterthematisiert ist.  Nur müssen Sie dann genau die Relevanz begründen.

2. Haben Sie bereits zwei Ansprechpartner vor Augen? Nicht unbedingt mit Namen und Telefonnummer, wohl aber mit Positionsbezeichnung, z.B. Physiker an der Universität mit Schwerpunkt Atomphysik.

3. Wie genau sind Sie, haben Sie schon den Zuschnitt, den Dreh, raus? Fragen Sie immer die drei Ebenen der Genauigkeit ab. Oft bleibt man  am Anfang auf Stufe 2 stehen, zu viel wird gewollt.

Bsp. A: Landwirtschaft => Subvention => Milchquote
Bsp. B: Antibiotika => Nebenwirkungen => Allergien
Bsp. C: Klimafolgen => Skandinavien => Rentiere

4. Entwickeln Sie spontan vier Fragen zur Ihrem Thema. Schreiben Sie diese auf. Können Sie eine Bedeutungshierarchie bilden? Und gibt es, noch wichtiger, inhaltlich Zusammenhänge? Wenn beides gelingt, ist dies auch ein Zeichen dafür, dass Sie ein geschlossenes, klares Thema ansteuern.

Zukunft Leben – ein journalistischer Blog zu Nachhaltigkeit an der Hochschule Darmstadt

19. Juni 2013

“Zukunft Leben” heißt der neue Blog der Onlinejournalismus-Studenten (4. Semester) an der Hochschule Darmstadt – unbedingt einmal ansehen, da steckt eine Menge Engagement drin rund um Themen der Nachhaltigkeit. Und viele neue journalistische Ideen! Sie haben das ganze Semester daran gearbeitet, ich begleite es als Dozent.

Interview Naturjournalismus: „Die Leitmedien sind mit Blindheit geschlagen“(Eigentext)

18. Dezember 2012

Im Magazin Natur, für das ich nun schreibe, ist ein Interview aus dem Band “Umwelt Europa” online publiziert worden. Es handelt sich um ein Gespräch mit meinem Chefredakteur Martin Meister über Natur und Journalismus. Darin werden auch Fragen nach der medialen Rolle gestellt, etwa: Darf ein Journalist Mitglied eines Umweltverbandes sein? Und es geht darum, dass viele Medien womöglich eine Lücke übersehen haben: Arten und unser natürliches Interesse für sie.

(Eigentext): Die richtige Masche – die Fischerei-Serie auf GEO.de

07. Dezember 2012

Ein niederländisches Unternehmen bringt die nachhaltige Fischerei voran – mit neuartigen Netzen, die kleine Fische schonen und Treibstoff einsparen.

Teil der Reportage ist ein Dokumentarfilm von Ben Tepfer und Heike Rieckmann, die mit mir an Bord waren. Einfach ansehen, ein toller Film!

Und dazu gehört auch noch eine Bildstrecke, die ich fotografiert habe.

Das multimediale Special wird nächste Woche fortgesetzt…

Bildstrecke: Hardangervidda (Eigenprodukt)

12. November 2012

Auf unseren internationalen GEO-Seiten läuft eine Bildstrecke von mir. Sie besteht aus Aufnahmen, die ich bei Wanderungen (2008/2012) über die norwegische Hochebene der Hardangervidda gemacht habe. Zu sehen etwa auf unseren bulgarischen Seiten.

Im Reich der Bären (Eigentext)

06. September 2012

Die Finnmark von Orsa in Schweden ist eines der besten Bärenreviere in Skandinavien. Ein deutsches Paar erforscht die Raubtiere und führt Besucher tief in ihr Reich hinein. Mehr bei Merian.de

In eigener Sache: Landschaftsgedichte

11. Juli 2012

Es gibt innere und äußere Landschaften. Letzte führen zu ersten und umgekehrt. In dieser Wechselbeziehung sind in den letzten Jahren einige Verse entstanden, die ich in einem kleinen Verlag als Band veröffentlicht habe (Schmallert. Innere und äußere Landschaftslyrik. Bad Schwartau 2012). Die Zeilen gibt es hier zum Download in der Hoffnung, sie schaffen neue Eindrücke und Bilder, die normalsprachlich abwesend bleiben.

Buddhistische Zugänge zu Umwelt und Nachhaltigkeit – selten aber gehaltvoll

12. Januar 2012

Ich habe mich in den vergangenen Jahren durch einige buddhistische Werke gekämpft, vor allem Dalai Lama-Bücher, deren kluge Botschaften sich allerdings irgendwann etwas wiederholen. Immer dacht ich, dass es doch auch Verbindungen zum ökologischen Denken geben müsste, da die buddhistische Philosophie so viele Ansätze dafür bereit hält: Jedes Lebewesen ehren, die Lehre der gegenseitigen Abhängigkeit und des bedingten Entstehens, ja selbst die Wiedergeburt, wenn man sie im klassischen Sinne begreift. Dennoch habe ich keine Texte gefunden, die explizit zu Umweltschutz und grünem Denken Bezug nehmen. Bis ich auf die Seite „Buddhanetz“ gestoßen bin, wo zahlreiche Texte versammelt sind. Darunter auch Thesen von Thich Nhat Hanh, der in seinen Büchern durchaus hie und da bewusst den Bezug der Lehre zur Ökologie herstellt. Viel Spaß beim Lesen!

Eine globale Zeremonie: Schamanen warnen vor dem Klimawandel

08. Januar 2012

Ich habe gerade einen Bildband gelesen, der mich beeindruckt hat – nicht unbedingt wegen der Bilder sondern der Botschaft, die das Projekt aussendet, um das es geht: 2009 trafen sich Schamanen und Heiler aus aller Welt, um nach langer Zeit in Grönland wieder ein heiliges Feuer zu entfachen und damit auf die Folgen des Klimawandels hinzuweisen, unter denen die indigenen Völker besonders leiden. Das Buch stellt verschiedene Schamanen aus Afrika, Neuseeland, Kanada, den USA, Brasilien und Russland vor – und lässt sie von ihren Visionen und Überzeugungen berichten. Auch Jane Goodall nahm an der Zeremonie teil. Der Band erinnert insgesamt daran, dass altes Wissen von kundigen Beobachtern verloren geht oder kaum gehört wird. Und dass es lohnt, hinzuhören, wenn Naturvölker und ihre Boten von bedrohter Natur sprechen. Und wie es gelingen kann, den Bedrohungen entgegenzutreten. Das Buch heißt „Heiliges Feuer – Schamanen und Älteste der Welt“ und ist von Angela Babel und Sven Nieder verfasst.

Dem Klima gefährlich nah – Indigene Völker bekommen steigende Temperaturen früh und stark zu spüren – gerade in kalten Regionen. Aktivisten haben einen Überblick verfasst

08. Dezember 2011

Eine Klima-Studie zu haben bedeutet ein Argument in der Hand zu haben – oder mehrere. Damit steigen Glaubwürdigkeit, Sprachmacht und Sichtbarkeit, kurzum also der Einfluss, den ein Staat, ein Verband oder ein Unternehmen auf Klimaverhandlungen wie die in Durban nehmen kann.

 Ohne größeren Einfluss sowie eigene Forschungseinrichtungen ist eine weltweit vertretene Bevölkerungsgruppe, die die Organisation Survival International „die ersten Wissenschaftler“ nennt: indigene Völker, seien es Yanomami in Brasilien, Inuit in Kanada oder Sami in Finnland. Durch ihre naturnahe Lebensweise spüren sie die Auswirkungen des Klimawandels besonders früh, sehen Indikatoren der Erderwärmung, die noch kein gewöhnlicher Forscher kennt. Deshalb müsste ihr Wissen viel stärker in die Debatte eingebracht werden, sagt Stephen Corry, Chef der 1969 in London gegründeten Initiative. „Es ist wichtig, dass ihr Wissen und ihre Ansichten endlich eine Berechtigung erhalten. Indigene Völker sollten eine größere Rolle bei Entscheidungen zum Klimawandel spielen“, sagt Corry.

Um den Ureinwohnern eine Stimme zu geben, hat Survival International einen Bericht verfasst: Darin kommen besonders Indigene aus kälteren Regionen zu Wort – auch aus Europa: “Früher konnte man im Vorhinein sehen, welches Wetter es geben wird. Diese Anzeichen und Fertigkeiten haben keine Gültigkeit mehr“, erklärt Veikko Magga, ein finnischer Sami-Hirte. Sami aus Norwegen, Finnland, Schweden und Russland erzählen von der schwerer werdenden Nahrungssuche der Rentiere. Und von Flüssen, die kein Eis mehr tragen und nicht passiert werden können. Lies den Rest des Artikels »

Green Quotes: Rem Koolhaas

01. Dezember 2011

“Ökologie ist das Ornament des 21. Jahrhunderts” – Rem Koolhaas, Architekt

Moschus-Gefahr

23. November 2011

Wilde Tiere, vor denen man gewarnt wird, gibt es in Europa nicht so viele. Man denkt vielleicht noch an Wolf und Bär. Aber nicht an die augenscheinlich kuhartigen aber doch ziegenverwandten Moschusochsen, die im norwegischen Rondane-Nationalpark, wo wir kurz Rast machten, offensichtlich eine warnenswerte Gefahr darstellen, wie das mit der Hüftschusstechnik gemachte Bild beweist. Wildes Europa, Du lebst!